Es ist wieder soweit, die zahlreichen Universitäten des Landes haben sich dazu entschieden, ihre Schützlinge in das Haifischbecken Prüfungen zu schubsen. Ob diese das wollen oder nicht, spielt dabei eine vollkommen untergeordnete Rolle. Die Folge dieses Leistungsdruckes, unbedingt durch die Prüfungen zu kommen, und des Zwangs, auf die heiklen Fragen des Dozenten die richtigen Antworten zu finden, ist, dass viele der Prüflinge enormem Stress ausgesetzt sind. Dank Vera F. Birkenbihl bekommen viele Studenten jetzt die Lösung, um „Prüfungen bestehen“ zu können und das ohne großen Stress beim Lernen und schlaflose Nächte während der Vorbereitungszeit.
Schauen Sie das Dschungelcamp, das derzeit täglich über den Fernsehbildschirm flackert? Ich tue es aus genau einem Grund. So verschrien die Sendung auch ist, sie ist vor allem eines – unterhaltsam. Ob es die Hollywoodstories von Miss Nielsen sind oder die grammatikalischen Kenntnisse eines ehemaligen Bundesligatorjägers. Wir dürfen ihnen bei ihrem täglichen Kampf gegen die Gefahren des Dschungels und die Gefahren innerhalb der Gruppe zusehen. Wie hart dieser Ausnahmezustand wirklich sein kann, hat Sabine Kuegler schon vor Jahren in ihrem Werk „Dschungelkind“ für die Nachwelt aufgeschrieben. Sie hat nichts mit den D-Promis des Camps zu tun. Nein, ihre Geschichte ist keine 14-tägige Episode, es ist die Geschichte ihres Lebens.
Es sind nicht viele gute literarische Schriften, die es binnen kürzester Zeit auf die Kinoleinwand oder das Fernsehen schaffen. Manche Werke werden Jahrzehnte später mal wieder aus der Schublade geholt und für Hollywood produziert. Häufig kommt der Film nicht an das literarische Werk heran, meistens aber wissen wir bei Filmen gar nicht, dass es dafür bereits eine literarische Vorlage gibt. Dora Heldt ist eine Autorin, die durchaus für ihre Romane um das Leben in Norddeutschland, gespickt mit Liebe und Intrigen ohne Ende, bekannt wurde und umso mehr dürfte es sie selbst erfreuen, dass eine dieser Geschichte heute Abend Eingang in das deutsche Fernsehen findet.
Ganz ehrlich gesagt war ich von meinem ersten Kontakt mit Italiens Thrillerschriftsteller Luca di Fulvio ein wenig verwirrt, wobei wenig noch echt zart ausgedrückt ist. Entsetzt trifft es wohl mehr, denn „Inkubus“ war für mich eine äußerst extravagante Mischung. Pädophile trafen da auf rachsüchtige Polizisten und einen sadistischen Psychopathen, dessen Morde sich in einer Art Vergangenheitsbewältigung rechtfertigen ließen. So erschreckend der Thriller auf mich wirkte, desto gefestigter blieb mir die Leseerfahrung in Erinnerung. Sein neues Werk „Der Junge, der Träume schenkte“ ist ebenso beeindruckend, wenngleich die Fulvio es dieses Mal sogar geschafft hat, dass sein Leser der Geschichte ohne Probleme folgen kann.
Unsere Welt gibt sich immer mehr dem technischen Fortschritt preis. Wir nehmen diesen teilweise gar nicht mehr selbst wahr, er ist als wichtiger Bestandteil längst in unseren Alltag mit eingeflossen. Wir bestellen unser tägliches Essen im Internet, kommunizieren über eben jenes mit unseren Liebsten und ganz im Ernst: Wem ist es heute noch möglich, ohne das Internet noch ein vollständig anerkanntes Leben innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu führen? Doch ein Gedanke spielt immer wieder eine versteckte Rolle, wenn es darum geht, über das WorldWideWeb und seine Folgen nachzudenken. Was ist, wenn wir jene Macht unterschätzen und sie irgendwann nicht mehr kontrollieren können? Ein Horrorszenario, in welchem die Technik den Menschen besiegt und das, wie Robert Harris es in seinem neuen Thriller vorführt, ein wahnsinnige „Angst“ in uns auslöst.
Mittlerweile habe ich Werke gelesen, die von Profilern geschrieben wurden, welche von Anwälten und Forensikern. Bei jeder dieser Leseerfahrungen habe ich etwas Neues dazugelernt, neue Einblicke in die Schrecklichkeit unser wirklichen Welt erlangen können. Wir lesen Thriller, die der Fiktion ihrer Autoren und Autorinnen entspringen und auch ich greife immer wieder dazu, da viele von ihnen wirklich spannend sind. Außerdem vertrete ich die Meinung, dass diese Fiktionen nicht entstehen könnten, wenn es nicht so viele dunkle Gedanken in so vielen Menschen der realen Welt geben würde. Nichtsdestotrotz sind auch die Werke, in denen Menschen, die direkt mit der Kriminalität zu tun haben, ihre Würdigung wert, auch wenn sie wie Richter Robert Glinski nur das nacherzählen, was sie selbst erlebt haben.
Na, wie wäre es einmal mit einem kurzen Pausensnack? Keinen Hunger? Na dann vielleicht mal ein eBook, das sich flüssig herunterliest, nicht nur, weil es in einem gut verträglichen Stil geschrieben ist, sondern auch, weil es anders als die anderen Varianten des Genres schnell zu einem Abschluss kommt? Irgendwie scheint die Gesellschaft mit ihrem Leseverhalten ganz akut auf die aktuellen Neuerscheinungen Einfluss genommen zu haben. Ganz nach dem Motto „Mensch macht Geschichte“ macht Mensch nun auch Geschichten. Vor allem scheint der Mensch zunehmend Mitsprachrecht auf die Länge des Lesestücks zu bekommen. So sind im eBook „Kleine Morde für Zwischendurch Bd.1“ gleich drei Geschichten in ein Werk gepackt.
Man sagt ja immer, dass Frauen eher auf zartbesaitete Literatur und Männer auf Geschichten rund um Mord und Totschlag abfahren. In großen Teilen der Realität würde ich für diese Hypothese Partei ergreifen und könnte dafür auch zahlreiche Beispiele geben. Ausnahmen jedoch bestätigen diese Regel, denn Susanne Mischke schreibt für Frauen, allein schon, weil ihre Hauptprotagonisten in den kleinen Mordgeschichten allesamt ihrem Geschlecht angehören. Von zarter Besaitung darf aber bei „Mordsweiber No.1“ keinesfalls gesprochen werden, denn in den drei dort enthaltenen Kurzgeschichten geht es teilweise sehr rabiat und folgenschwer zu.
Es lässt sich definitiv nicht leugnen, dass innerhalb des letzten Jahrzehnts zahlreiche gute und qualitativ lesenswerte skandinavische Krimiautoren ihre Zeilen über den Globus verteilt haben. Von Larsson bis Mankell ist jeder einen Blick in die Geschichten wert, ebenso Jussi Adler-Olsen aus unserem dänischen Nachbarstaat. Sein Titelheld Carl Mørck ist mir durchaus schon einmal unter die Augen gekommen, nachdem ich mir mal auf dem neuen eBook-Reader einer Verwandten die bereits vorinstallierten Leseausschnitte durchzappte, erinnerte ich mich an ihn zurück. Dort nämlich gab es einen zwanzig seitigen Einblick in „Erlösung“, den dritten und bisher letzten Fall für den Mann vom Sonderdezernat Q.
Ist es nicht verwunderlich, dass wir Künstler jeglicher Art immer als sonderbar darstellen? Ich bin da ganz ehrlich, die meisten großen Maler verstehe ich nicht, weder ihre Bilder, noch was genau sie damit ausdrücken möchten. Ohnehin ist Kunst selten ein Abbild der Wirklichkeit, sie ist Fiktion und aus meiner Sicht entfaltet sie ihr wahres Wirken erst mit dem Austausch zu seinem Betrachter. Gut, genau genommen trifft auf Literatur exakt das Gleiche zu, wenngleich ich hier behaupten möchte, dass ich davon ein wenig verstehe. Vermischen wir doch einfach beide Arten des Schaffens, schließlich ist ja auch Literatur eine Kunst, auch wenn es nicht um Malerei geht. „Der Todeskünstler“ von Cody McFadyen beispielsweise ist ein schriftstellerisches Kunstwerk über einen Mörder, der mit Blut malt.