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Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt

Natürlich schließt das eine das andere bei normaler Betrachtung aus, aber nehmen Sie mal drei Wasserschüsseln, eine heiße, eine kalte und eine lauwarme! Schauen Sie mal, in welchem Raum sich die lauwarme bewegt – Überraschung ist quasi vorprogrammiert. Na gut so viel dazu, Dora Heldt hat in ihrem neuen Roman einen Titel gewählt, der die Wörter heiß und kalt verbindet. Doch eigentlich geht es gar nicht um Temperaturen, sondern vielmehr um Nähe und Ferne, Enge und Freiheit. So behandelt „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ den Kampf einer 49.Jährigen gegen die Enge, die ihr der 50.Geburtstag vor zu programmieren scheint.

Dass Altwerden nicht immer mit schönen Dinge verbunden wird, liegt in unserer Natur. Aber die Tatsache an sich findet Doris nicht einmal schlimm. Sie weiß mehr oder weniger, was sie will. Auf keinen Fall möchte sie ihren Jahrestag im spießigen Lokal mit spießigen Leuten feiern, Leute, die sie teilweise gar nicht richtig kennt. Besser scheint ihr da ein Wellness-Wochenende mit den zwei besten Freundinnen an der Ostsee. Bei Massage, Pediküre und Aroma-Bädern lässt es sich bei weitem schöner altwerden als mit Leuten, die man in jenen Tagen gar nicht bei sich haben möchte. Gemeinsam ehren die drei den Ehrentag mit Champagner und Erdbeeren, bis die Bombe endgültig hochgeht.

2 Nov
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