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Der Fall Demjanjuk – die letzte Strafe für die NS-Zeit

John Demjanjuk ist heute 91 Jahre, er war einst Teil der SS und so Mitglied einer Gruppierung, die in den 1940er-Jahren das Leben von Millionen Menschen beendete. Dem Ukrainer wurde für diese Verbrechen in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Israel ein Prozess gemacht. Für seine Verbrechen im Konzentrationslager von Treblinka wurde „Iwan der Schreckliche“ mit der Todesstrafe belegt, nur war Demjanjuk gar nicht derjenige, für den man ihn hielt. Ein weiterer Prozess in den USA sorgte dafür, dass er zurück in die Ukraine geschickt wurde. Demjanjuk wehrte sich dagegen und kam schließlich nach Deutschland, wo man in diesem Jahr die Akte in einem dritten Prozess endgültig schloss.

Autor Heinrich Wefing ist sich in seinem Werk „Der Fall Demjanjuk“ nicht ganz sicher, was man mit einem Prozess gegen einen 91-Jährigen, der vor knapp 70 Jahren mordete, darstellen wollte. Ist es der später Versuch der Justiz etwas auszumerzen, was man nach 1945 versäumt hatte oder einfach nur ein Zeichen zum Gedenken an diejenigen, die den grausamen Geschehnissen zum Opfer fielen? So wirklich klar wird es nicht, noch unklarer, wenn man bedenkt, dass Demjanjuk 5 Jahre bekam und diese aufgrund des hohen Alters nicht absitzen muss. Wefing analysiert den kompletten Prozess, die Strafe und den Versuch, Gerechtigkeit zu schaffen. Schon ohne seine Meinung wird deutlich, dass weder der Zeitpunkt noch die Verhältnismäßigkeit der Strafe in irgendeinem Gleichgewicht zur Tat stehen.

7 Sep
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