Als im letzten Jahr bekannt wurde, dass mit dem Herrn Tranströmer ein Poet aus dem Heimatland des Nobelpreises die Trophäe für das beste literarische Werk erhält, rieb ich mir die Augen. Das soll keinesfalls an meiner geringen Wertschätzung für die Gedichte von Tomas Tranströmer festgemacht werden, es lag mehr an der Verwunderung, dass Don DeLillo wieder einmal leer ausging. Ebenso wie auch Haruki Murakami, der den Nobelpreis aus meiner Sicht längst verdient hätte, auch wenn er noch relativ jung ist. Seine Orwell-Adaption „1Q84“ ist Literaturgeschichte genug. Im Fall von DeLillo haben es mir besonders die Kennedy-Verschwörungsstory „Libra“ und sein monumentales Werk „Falling Man“ angetan, wobei letzteres das bisher beste Zeugnis der Folgen des 11.September darstellt.
Es ist wieder soweit, die zahlreichen Universitäten des Landes haben sich dazu entschieden, ihre Schützlinge in das Haifischbecken Prüfungen zu schubsen. Ob diese das wollen oder nicht, spielt dabei eine vollkommen untergeordnete Rolle. Die Folge dieses Leistungsdruckes, unbedingt durch die Prüfungen zu kommen, und des Zwangs, auf die heiklen Fragen des Dozenten die richtigen Antworten zu finden, ist, dass viele der Prüflinge enormem Stress ausgesetzt sind. Dank Vera F. Birkenbihl bekommen viele Studenten jetzt die Lösung, um „Prüfungen bestehen“ zu können und das ohne großen Stress beim Lernen und schlaflose Nächte während der Vorbereitungszeit.
Vorab eine kleine Anekdote. Bei der Bambi-Gala in der vergangenen Woche kam Gangsterrapper Bushido in weiblicher Begleitung. Die Dame, ihrerseits Schwester von Sarah Connor, stand vor einigen Jahren schon mal an gleicher Stelle, sie begleitete ihren damaligen Freund Mesut Özil zur Vergabe des Integrationsbambis. Zufall, oder ist Anna-Maria Lagerblom ein Bambi-Magnet und ist sie es eigentlich, für die der Bambi sein sollte? Immerhin ist sie zum Islam konvertiert, damals als Freundin von Preisträger Mesut Özil. Einen faden Beigeschmack hinterlässt die Gala, auch ohne Lagerblom, nicht zuletzt, weil Rosenstolz-Mitglied Plate die Vergabe kritisierte und Kultstar Heino aus Reaktion seinen Bambi per Post zurückschickte.
Gestern Abend konnte man im Fernsehen wieder mit raten bei einer, wenn nicht sogar, der beliebtesten Quizshow im deutschen Fernsehen. Das Format ist nun mehr seit über einem Jahrzehnt im Fernsehen präsent, sein Moderator Günther Jauch längst zur Ikone geworden und ähnlich wie bei Thomas Gottschalks Samstagabendevent kann man sich eine Sendung ohne Jauch gar nicht mehr vorstellen. Obwohl der Moderator der Star ist, können bei ihm Kandidaten das große Geld scheffeln, so wie ein junger Mediziner, der am gestrigen Abend mit 125.000 Euro heimkehrte und auf eine Frage traf, die mir Lessings größtes Stück „Emilia Galotti“ zurück in die Erinnerung rief.
Gesunde Ernährung ist wichtig. Das wird von allen Seiten gepredigt, unsere heutige FastFood-Gesellschaft für ihr Verhalten getadelt und immer mehr „gesunde“ Produkte dringen in den Markt. Ich schreibe das mit Vorbehalt, denn nicht zuletzt dank einer neuen Homepage erfahren wir zunehmend, dass uns bei vielen Lebensmitteln Dinge vorgeschwindelt werden, die weder enthalten sind noch was mit dem Produkt zu tun haben. Der Original Sylter Matjeshering kommt zum Beispiel häufig aus Norwegen. Dort wo Fitness draufsteht, ist meistens nichts Fitmachendes drin, häufig sind diese Produkte einfach nur teurer.
Es ist schon verwunderlich mit anzuschauen, wie ein Trend, eine neue Technik, die ganz bestimmt viel Gutes bewirken kann, in den letzten Jahren den Menschen ergriffen hat. Tagtäglich werden wir Zeuge davon, wie Menschen im Internet noch eh man es selbst weiß, die neuesten Infos über die eigene Familie haben, wie sie sich freuen, weil jemand, dem sie in den letzten zehn Jahren einmal begegnet sind, das Freundschaftsangebot annimmt. Wir sind auf der anderen Seite erschrocken, wenn es Wildfremde sind, die an diese Informationen gelangen, wenn uns jemand auf der Straße anquatscht, den wir gar nicht kennen und uns fragt, wie es denn bei der gestrigen Party von Markus zu so einem Foto gekommen sei.
Wilhelm Hauff war wahrlich ein Meister seines Fachs und das als Autor der ausgehenden Romantik. Er hat viel geschafft in seinem Leben und das, obwohl er jenes nicht über das 25.Lebensjahr hinaus gestalten durfte. Von den Eltern aufgrund scheinbaren Mangels an Talent zum Theologiestudium bewogen, hat Hauff das Leben und den Weg, den er zu bestreiten versuchte, selbst gewählt und mit seiner durchaus satirischen Darstellung der Gesellschaft in „Der Mann im Mond“ einen Durchbruch erreicht. Danach drängt es den durchaus Belesenen danach, sich mit Sagen und Märchen zu beschäftigen, aus denen er lernt und sich die eigenen Inspirationen holt, dank derer wir ihn heute als Autor dessen sehen dürfen, was er uns als genüssliches Leseschmankerl hinterlassen hat.
Eigentlich fällt es mir nicht schwer über Literatur zu schreiben. Ich bin eine wahre Leseratte, sauge den Stoff in mich auf, verinnerliche ihn und lasse Sie in meinen Texten über die Bücher, die ich lese, daran teilhaben. In der Regel habe ich dann in diesen Beiträgen eine zentrale Thematik vor Augen, schreibe über einen Thriller, ein historisches Zeugnis globaler Literaturgeschichte oder etwas zum Schmunzeln, doch an Tagen wie diesem fällt es mir schwer, das thematisierte Schriftstück in ein Genre zu packen. Dieter Nuhr weiß selbst nicht einmal so richtig, was „Der ultimative Ratgeber für alles“ im Gesamten sein soll.
Es gibt gewisse Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Mann liebt das runde Leder, Autos und Actionfilme, Frau bevorzugt da eher Step-Aerobic, Shoppen und romantische Candlelight-Diner. Warum ist das so? Eine wirkliche Antwort zu finden, ist keinesfalls eine leichte Aufgabe, sie würde diesen kurzen Text, der allein dazu dient, Sie über Gegebenheiten des Lebens zu informieren und sie mitunter in einen literarischen Kontext zu verpacken, in seiner Länge maßlos ausdehnen. Also sagen wir es mal so, es muss wohl an den Genen liegen. Einfach, wohl auch inkonsequent, aber wir lassen es mal so stehen. Auch Pferde scheinen eher der Gattung Frau zu gefallen. Woran das liegt, ist mir ebenso unergründlich wie das Vorherige.
Ich denke, ich muss mich in diesen Tagen nicht dafür rechtfertigen, warum ich wenn ich schreibe, an Japan denke. Die Geschehnisse auf der globalen Kugel betreffen uns, wenngleich sie es nicht unmittelbar tun und so betreffen sie auch unsere Worte, unsere Gedanken, gelegentlich unsere Taten. Wir gedenken denjenigen, die der schweren Naturkatastrophe bereits zum Opfer gefallen sind, hoffen, dass sich die Zahl nicht weiter erhöht, auch wenn wir wissen, dass dies wohl in keiner menschlichen Macht mehr liegt. In den vergangenen Tagen habe ich als deutscher Bürger, der tausende Kilometer Luftlinie entfernt lebt, immer wieder darüber nach gedacht, wie mir Japan in meinem Leben bisher begegnet ist. Ein Teil daraus möchte ich heute vorstellen.