Worauf achten wir Menschen? Was glauben wir, was nehmen wir uns zur Brust und nach welchen Regeln agieren wir? Ich denke, dass es im Mittelalter am verheerendsten war, doch auch heute noch handeln wir mehr nach dem, was wir hören als dem, was wir mit eigenen Augen sehen. Anders lassen sich Hetzkampagnen nicht erklären und seien wir mal ehrlich, ein Prominenter ist erledigt, wenn mit seinem Namen irgendwelche schmutzige Wäsche gewaschen wird, selbst wenn diese Wäsche auf nichts als Lügen und Vermutungen aufbaut. Max Frisch, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, hat diesen Makel in der menschlichen Genetik erkannt und ihm mit „Andorra“ ein eigens konzipiertes Werk gewidmet.
Derzeit moderiert Nazan Eckes die Gewinnspielshow „The Cube“, in der Kandidaten Aufgaben in einem Würfel erledigen müssen, um letztlich eine hohe Gewinnsumme nach Hause zu bringen. Häufig sehen die Spiele gar nicht schwer aus, aber niemand sollte den Fehler machen, den Würfel zu unterschätzen. Es ist nicht die erste Show, welche die junge Deutsch-Türkin im deutschen Fernsehen moderiert. Längst ist Nazan Eckes zu einer unverzichtbaren Person im deutschen Fernsehen geworden und genau dadurch beweist sie, dass Vorurteile zum Thema Integration innerhalb Deutschlands nicht immer zutreffend sind. Eckes erzählt in ihrem Werk „Guten Morgen, Abendland - Almanya und Türkei - eine Familiengeschichte“ aber auch, dass einige von den so genannten Vorurteilen immer wieder Platz in der Gesellschaft finden.
Dieses Datum, diesen verheerenden Tag, an dem die Erde den Atem anhielt, bekommen wir nicht mehr reingewaschen. Vielleicht wollen wir das auch gar nicht, aber selbst wenn wir es wollten, wir könnten es nicht. Es war eben jener 11.9 des Jahres 2001, an dem die westliche Bevölkerung und eigentlich alle globalen Länder, die sich nicht dem Terror versprochen haben, schockierend feststellen mussten, dass die Welt nicht so sicher ist wie sie scheint. Die Bilder der brennenden Twin Towers sind noch immer in den Gedanken und selbst jetzt, da wir zu wissen meinen, dass der hauptverantwortliche Übeltäter nicht mehr unter uns weilt, werden wir diesen Tag als ewige Mahnung ansehen.
Momentan zerfetzen sich die Politiker hierzulande mit immer wieder neuen Floskeln zur deutschen Integrationspolitik. Das mag verwundern, haben doch gerade diejenigen das Buch des Herrn Sarrazin kritisiert, die jetzt beinahe täglich aus diesem die Thesen herausziehen und den ehemaligen Bundesbankvorstand zitieren. Die große Problematik, die sowohl Sarrazin als auch nun die Politiker thematisieren, ist der Einfluss, den insbesondere diejenigen Bürger ausüben, die sich zum Islam bekennen.
Die Existenz zweier getrennter Staaten im heutigen Raum Deutschlands ist nun gut 20 Jahre her und dennoch ist sie noch immer existent, zumindest im Gedankengut der Deutschen. Die „Ossis“ fühlen sich in Bezug auf ihre Gehälter benachteiligt, die selbst nach zwanzig Jahren noch immer nicht dem Standard des Westens entsprechen. Die „Wessis“ wiederum reagieren empört darauf, wenn mal wieder ein Kindergarten im Osten saniert werden soll, komischerweise passiere das immer nur in den neuen Bundesländern.
Der September war schon immer ein ereignisreicher Monat. Was liegt da ferner als ein Werk im September vorzustellen, was sich eben auf diesen Namen klassifizieren lässt? „September – Fata Morgana“ lautet das gute Stück von Thomas Lehr, der nicht umsonst von der FAZ als einer der „brillantesten Schriftsteller“ Deutschlands eingestuft wurde.