Ganz sicher kommt es nicht von ungefähr, dass die große Anzahl der besten Thriller seit ein paar Jahren von Autoren aus dem Norden unseres Kontinents geschrieben werden. Der Norweger Tom Egeland macht hierbei keine Ausnahme. So schafft es auch sein Thriller „Das Luzifer Evangelium“ den Leser zu begeistern, ihm ein wenig Angst einzujagen und ihn auf jeden Fall an das Werk zu fesseln. Wenngleich die christliche Geschichte den Namen ein wenig anders konnotiert, ist der Erzengel Luzifer heute eines der am häufigsten verwendeten Synonyme für den wahrhaftigen Teufel, der Titel verspricht also bereits einiges.
Luca di Fulvio schwimmt derzeit auf einer wahren Erfolgswelle, sein Roman „Der Junge, der Träume schenkte“ hat den Sprung auf die Bestsellerlisten im Nu geschafft, binnen kürzester Zeit war er dort ganz oben anzusiedeln. So beeindruckend ich die Geschichte auch finde und so viel Eindruck sie auch bei allen anderen hinterlässt, sein vorheriges Werk „Inkubus“ steht in Sachen Unterhaltungswert dem aktuelleren in nichts nach, schon gar nicht in Bezug auf die enthaltene Vielschichtigkeit. Italiens derzeitige Literaturikone Nummer Eins inszenierte ein facettenreiches Konstrukt aus pädophilen Gedanken, ehrgeizigen Polizisten und Psychopathen, die zu unglaublichen Gräueltaten fähig scheinen.
Die grausamsten Verbrechen passieren meist in Kleinstädten. Hier, wo eigentlich jeder jeden kennt, bleiben die übelsten Szenarien über Monate, manchmal gar Jahre unentdeckt. Die Täter hatte man über all die Zeit, die sie hier wohnen, als recht gute Menschen eingeschätzt, Menschen, über die man nichts Schlechtes sagen kann. „Niceville“ ist so ein Ort, eine verschlafene Kleinstadt im Süden der USA, die auch nach Jahren noch fest in den Händen seiner Gründerväter ist. Alles beginnt mit dem Verschwinden von Rainey Teague, einem der Nachfahren dieser Gründerväter. Er wird erst zehn Tage später in einer alten Familiengruft wiedergefunden und fällt daraufhin ins Koma, beide Elternteile scheiden freiwillig aus ihrem Leben.
Als Blogautor hat man natürlich gewisse Vorlieben, über die man schreibt. Klar, in diesem Blog geht es vorrangig um Literatur, demnach sollte diese auch zu meinen Vorlieben gehören. Das tut sie ohne Frage. Nun gibt es auch in Sachen Literatur große Differenzen und jeder Blogautor, der über Literatur schreibt, hat auch hier gewisse Vorlieben, was für Werke er besonders gerne liest. Ich für meinen Teil oute mich als Fan von Mystery-Thrillern. In dieser Sparte haben sich in den letzten Jahren viele Autoren versucht, mit Raymond Khoury ist es mindestens einem aus meiner Sicht hervorragend gelungen.
Waren Sie heute schon einmal draußen? Nein? Na dann sollten Sie es, sofern es in ihrer Macht steht, auch dabei belassen. Es ist nämlich wie schon in den vergangenen Tagen richtig böse kalt, sibirische Kälte nennen das die Wetterberichte und in der Tat fühlt man sich als wäre man im Herzen Russlands. Während Nase, Mund und Finger längst eingefroren sind, wärmt das Herz den menschlichen Körper. Das tut es normalerweise, beim isländischen Autor Árni Thórarinsson ist das ein wenig anders. „Ein Herz so kalt“ mag auf den ersten Blick an die „Schneekönigin“ erinnern und definitiv beängstigen. Auf den zweiten wird deutlich, dass das exakt so sein soll.
Ganz ehrlich gesagt war ich von meinem ersten Kontakt mit Italiens Thrillerschriftsteller Luca di Fulvio ein wenig verwirrt, wobei wenig noch echt zart ausgedrückt ist. Entsetzt trifft es wohl mehr, denn „Inkubus“ war für mich eine äußerst extravagante Mischung. Pädophile trafen da auf rachsüchtige Polizisten und einen sadistischen Psychopathen, dessen Morde sich in einer Art Vergangenheitsbewältigung rechtfertigen ließen. So erschreckend der Thriller auf mich wirkte, desto gefestigter blieb mir die Leseerfahrung in Erinnerung. Sein neues Werk „Der Junge, der Träume schenkte“ ist ebenso beeindruckend, wenngleich die Fulvio es dieses Mal sogar geschafft hat, dass sein Leser der Geschichte ohne Probleme folgen kann.
Unsere Welt gibt sich immer mehr dem technischen Fortschritt preis. Wir nehmen diesen teilweise gar nicht mehr selbst wahr, er ist als wichtiger Bestandteil längst in unseren Alltag mit eingeflossen. Wir bestellen unser tägliches Essen im Internet, kommunizieren über eben jenes mit unseren Liebsten und ganz im Ernst: Wem ist es heute noch möglich, ohne das Internet noch ein vollständig anerkanntes Leben innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu führen? Doch ein Gedanke spielt immer wieder eine versteckte Rolle, wenn es darum geht, über das WorldWideWeb und seine Folgen nachzudenken. Was ist, wenn wir jene Macht unterschätzen und sie irgendwann nicht mehr kontrollieren können? Ein Horrorszenario, in welchem die Technik den Menschen besiegt und das, wie Robert Harris es in seinem neuen Thriller vorführt, ein wahnsinnige „Angst“ in uns auslöst.
Na, wie wäre es einmal mit einem kurzen Pausensnack? Keinen Hunger? Na dann vielleicht mal ein eBook, das sich flüssig herunterliest, nicht nur, weil es in einem gut verträglichen Stil geschrieben ist, sondern auch, weil es anders als die anderen Varianten des Genres schnell zu einem Abschluss kommt? Irgendwie scheint die Gesellschaft mit ihrem Leseverhalten ganz akut auf die aktuellen Neuerscheinungen Einfluss genommen zu haben. Ganz nach dem Motto „Mensch macht Geschichte“ macht Mensch nun auch Geschichten. Vor allem scheint der Mensch zunehmend Mitsprachrecht auf die Länge des Lesestücks zu bekommen. So sind im eBook „Kleine Morde für Zwischendurch Bd.1“ gleich drei Geschichten in ein Werk gepackt.
Es lässt sich definitiv nicht leugnen, dass innerhalb des letzten Jahrzehnts zahlreiche gute und qualitativ lesenswerte skandinavische Krimiautoren ihre Zeilen über den Globus verteilt haben. Von Larsson bis Mankell ist jeder einen Blick in die Geschichten wert, ebenso Jussi Adler-Olsen aus unserem dänischen Nachbarstaat. Sein Titelheld Carl Mørck ist mir durchaus schon einmal unter die Augen gekommen, nachdem ich mir mal auf dem neuen eBook-Reader einer Verwandten die bereits vorinstallierten Leseausschnitte durchzappte, erinnerte ich mich an ihn zurück. Dort nämlich gab es einen zwanzig seitigen Einblick in „Erlösung“, den dritten und bisher letzten Fall für den Mann vom Sonderdezernat Q.
Ist es nicht verwunderlich, dass wir Künstler jeglicher Art immer als sonderbar darstellen? Ich bin da ganz ehrlich, die meisten großen Maler verstehe ich nicht, weder ihre Bilder, noch was genau sie damit ausdrücken möchten. Ohnehin ist Kunst selten ein Abbild der Wirklichkeit, sie ist Fiktion und aus meiner Sicht entfaltet sie ihr wahres Wirken erst mit dem Austausch zu seinem Betrachter. Gut, genau genommen trifft auf Literatur exakt das Gleiche zu, wenngleich ich hier behaupten möchte, dass ich davon ein wenig verstehe. Vermischen wir doch einfach beide Arten des Schaffens, schließlich ist ja auch Literatur eine Kunst, auch wenn es nicht um Malerei geht. „Der Todeskünstler“ von Cody McFadyen beispielsweise ist ein schriftstellerisches Kunstwerk über einen Mörder, der mit Blut malt.