Ehrlich gesagt kann ich das Thema Griechenland, das täglich die Nachrichten bestimmt, nicht mehr hören. Vielleicht liegt es daran, dass ich als Autonormalverbraucher bisher noch rein gar nichts von einer Euro-Schuldenkrise gemerkt habe. Vielleicht fehlt mir, und ich denke auch Millionen anderen, aber auch einfach nur der Weitblick. Natürlich ist es gefährlich, was derzeit in Griechenland passiert, die Führenden werden nicht umsonst von einer großen Bedrohung für unsere europäische Währung sprechen. Aber mal ganz im Ernst – Haben Sie schon etwas davon gemerkt? Es ist doch eh paradox, dass ein Ministerpräsident Papandreou erst in seinem Amt bestätigt wird, um dann doch zurückzutreten. Dabei ist das Leben der Griechen echt vorbildlich wie uns auch „Griechify your life“ zeigt.
Mein Samstagabend stand wieder einmal im Zeichen von „Wetten, dass…?“. Aus meiner Sicht hat die Show über Dekaden etwas geschafft, was in der heutigen Zeit einzigartig scheint, in Sachen Einschaltquoten katapultiert sie das ZDF ganz oben in die Rangliste. Gallionsfigur Thomas Gottschalk gibt der Sendung ein gewisses Profil, das uns nun nur noch einmal beschert wird. Deutschlands berühmteste Lockenpracht hat ein Ende der Ära angekündigt und seit Monaten wird über die Nachfolge spekuliert. Ganz oben auf der Wunschliste steht Hape Kerkeling oder vielmehr stand. Denn Hape beantwortete Gottschalks Frage nun auch ganz öffentlich vor Millionenpublikum mit einer Absage, nach eigenen Angaben, um sich mehreren Projekten zu widmen. Eines dieser erfolgreichen Kerkeling-Projekte war in der Vergangenheit die Pilgerreise auf dem Jacobsweg, von der er uns ein Zeugnis hinterließ.
Natürlich schließt das eine das andere bei normaler Betrachtung aus, aber nehmen Sie mal drei Wasserschüsseln, eine heiße, eine kalte und eine lauwarme! Schauen Sie mal, in welchem Raum sich die lauwarme bewegt – Überraschung ist quasi vorprogrammiert. Na gut so viel dazu, Dora Heldt hat in ihrem neuen Roman einen Titel gewählt, der die Wörter heiß und kalt verbindet. Doch eigentlich geht es gar nicht um Temperaturen, sondern vielmehr um Nähe und Ferne, Enge und Freiheit. So behandelt „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ den Kampf einer 49.Jährigen gegen die Enge, die ihr der 50.Geburtstag vor zu programmieren scheint.
Wurden Sie persönlich schon mal einmal angegangen? Also verbal meine ich, mit einem Witz auf Ihre Kosten oder einer Beleidigung? Ich denke, das ist jedem schon mal passiert und einige machen es richtig und wehren sich dagegen, mit Worten natürlich. Andere wiederum, und dazu zähle ich die meisten, schlucken das Ganze erst einmal herunter, weil ihnen der richtige Konter nicht möglich erscheint. Dabei kann man, so Autor Dr. Matthias Nöllke, jedem eine passende Antwort geben und so schlagfertig zurückschlagen. Das richtige Lehrbuch dafür liefert er gleich mit und so ist „Schlagfertig“ eine tolle Mischung aus verschiedenen kommunikativen Waffen, die einem überall das Sprechen erleichtern.
Jurist Ferdinand von Schirach hat mit seinen beiden Kurzgeschichtensammlungen „Schuld“ und Verbrechen“ wahrlich den Nagel auf den Kopf getroffen und auf dem Literaturmarkt mehr als nur eingeschlagen. Die Leser erhoben die beiden Werke in kürzester Zeit zum Bestsellerstatus, was nicht zuletzt daran lag, das von Schirach einen blendenden Einblick in das Rechtswesen des Landes lieferte. Nun erzählt er in „Der Fall Collini“ intensiv von einem einzigen Fall, der durch die längere Erzählung vielleicht nicht ganz so schockierend wirkt wie die kürzeren Beispiele, in seiner eindrucksvollen Art aber keinesfalls als geringere literarische Leistung anzusehen ist.
Der Zweite Weltkrieg hat viele Menschen auf dem Gewissen. Ob als Soldat in einer der bekämpfenden Mächte oder Opfer der nach außen hin als religiös berechtigt inszenierten Machtausübung der Nationalsozialisten. Genau genommen müsste man noch die zahlreichen Emigranten dazu rechnen, die in das Exil flüchteten, weil sie Taten der Heimat nicht mehr dulden wollten und weil teilweise ihr eigenes Leben gefährdet wurde. Die Werke großer Autoren wurden verbrannt, nicht gerade wenige fielen der GESTAPO in die Hände, noch ehe sie dem Übel entkommen konnten. Andere haben es gerade noch geschafft, rechtzeitig ins Exil zu gehen. Zu ihnen zählen Lion Feuchtwanger und sein Ziehsohn Bertolt Brecht, über deren Freundschaft es in Klaus Modicks „Sunset“ geht.
Bei manchen Menschen erkennt man ganz genau, warum die Masse ihnen zujubelt. Sie bestechen mit einer atemberaubenden Stimme, liefern sportliche Höchstleistungen oder berühren die Masse mit den Worten, die sie schreiben oder sagen. Ein Sebastian Vettel beispielsweise umjubeln wir aufgrund seines neuen Rekordes, der jüngste Doppel-Formel1-Weltmeister der Geschichte zu sein. Bei Daniel Katzenberger ist es nicht so ganz einleuchtend, was genau ihr ihren Ruf beschert, aber eines ist klar – Daniela Katzenberger ist populär, sie steht im Fokus wie kaum einer andere. Doch ist das Grund genug, dass Katze nach ihrem fulminanten Aufstieg als Fernsehstar nach dem Mikro nun auch zur Feder greift?
Gerade ist mit „Der Friedhof in Prag“ der neue große Historienroman vom Italiener Umberto Eco auf dem Markt erschienen. Natürlich lechzen schon jetzt die Massen nach dem Werk, es wird vermutlich schneller Bestsellerstatus erreichen als man sich umdrehen kann. Das scheint mir Grund genug, einmal auf den großen Durchbruch von Umberto Eco zu schauen. Anders als bei vielen vergleichbaren Erzeugnissen habe ich erst den Film „Der Name der Rose“ gesehen und mir dann das literarische Gut unter die Augen geführt. Überzeugt war ich von beiden Varianten, das Thema ist einfach brillant dargestellt.
Mit Philosophie ist das so eine Sache. Viele meinen, es sei eine brotlose Kunst. Aber mal ganz im ernst. Würden wir heute noch über Aristoteles, Kant und Rousseau sprechen, wenn sie so unwichtig, so brotlos für uns wären? Sicherlich scheint nicht alles, was aus dem Kanon der Philosophie an die Gemeinheit dringt, nützlich. Sicherlich kann auch jeder seine Meinung kundtun, über jedes Thema, das ihn interessiert wohlgemerkt. Philosophie ist also genau genommen nicht erlernbar, es gibt da keine Profis. Aber basiert nicht letztlich unser ganzes heutiges Leben auf den philosophischen Ansichten unserer Vorfahren? Hätten wir beispielsweise heute ein Staatssystem, das sich Demokratie nennt, wenn wir nicht begnadete Staatsphilosophen gehabt hätten? Wie ist es mit unseren ethischen Grundsätzen?
Gestern Abend konnte man im Fernsehen wieder mit raten bei einer, wenn nicht sogar, der beliebtesten Quizshow im deutschen Fernsehen. Das Format ist nun mehr seit über einem Jahrzehnt im Fernsehen präsent, sein Moderator Günther Jauch längst zur Ikone geworden und ähnlich wie bei Thomas Gottschalks Samstagabendevent kann man sich eine Sendung ohne Jauch gar nicht mehr vorstellen. Obwohl der Moderator der Star ist, können bei ihm Kandidaten das große Geld scheffeln, so wie ein junger Mediziner, der am gestrigen Abend mit 125.000 Euro heimkehrte und auf eine Frage traf, die mir Lessings größtes Stück „Emilia Galotti“ zurück in die Erinnerung rief.