Ich habe es schon oft gepredigt, dass ein Werk niemals ohne seinen Autor und die Betrachtung der Zeit, in welcher es geschrieben wurde, bewertet werden sollte. Doch es gibt ein Werk, bei dem ich diesen Maßstab lockern, gar komplett entfernen würde, denn ein Autor ist uns beim Nibelungenlied nicht übertragen. Bei Deutschlands wohl bekanntester Heldenepik steht komplett das Werk im Vordergrund. Um dieses in all seiner Blüte richtig zu verstehen, kann es auch nicht schaden, dass man dieses wie bei „Die Nibelungen“ von Herrmann Reichert zudem mit wissenschaftlichen Kommentaren und Hinweisen vorfindet.
Dass Männer in den Vierzigern ganz gerne mal neue Vorlieben entdecken und sich an frühere Tage zurückerinnern, ist schon lange kein bloßer Mythos mehr. Wenn man es beruflich geschafft hat, Frau, Kinder und Haus im Einklang damit zu verbinden sind, kommt irgendwann bei jedem einmal der Punkt, an dem man eine neue Aufgabe benötigt. Beim FAZ-Sportredakteur Michael Horeni war dieser Punkt ein morgendlicher Jogginglauf mit einer alten Bekannten rund um die Alster. Diesen schaffte er nicht, was dem ehemaligen Sportabiturienten zu denken gab. Als dann auch noch die Haushälterin anmerkte, er habe ein wenig zugenommen, stand für Horeni fest, es muss sich was ändern in seinem Leben, der Sport muss zurück.
Es gibt Berufe, in denen man mit zittrigen Nerven nicht weit kommt. Täglich werden hier die Ärmel hochgekrempelt und die Ellenbogen ausgefahren, um möglichst viel Erfolg zu haben. Nicht in der Gemeinschaft versucht man das, nein, jeder Einzelne ist für sich selbst verantwortlich. Es liegt bei jedem selbst, wie groß der Erfolg ist. In diesen Berufen findet man trotz täglich wachsender Emanzipation immer noch mehr Männer, das schwächere Geschlecht meidet diesen Ort zumeist. Anders ist es bei Autorin Nele Neuhaus, die ihre Protagonistin Alex Sontheim direkt ins Haifischbecken Wirtschaft schickt. „Unter Haien“ zeigt wie sie dort klarkommt, mit den ganzen Ellenbogen und Egoisten des Business.
Jeder, der sich in irgendeiner Form schon einmal mit Politik auseinandergesetzt hat, sollte das Kommunistische Manifest von Karl Marx zumindest schon einmal als ein Werk wahrgenommen haben. Marx beschreibt die Situation, analysiert sie und versucht eine wirtschaftliche Zukunftsaussicht für eine stabilere Gemeinschaft zu beschreiben. Ihm ist es gelungen, das Werk und auch Marx hatten Erfolg, weil sie letztlich den kleinen Mann, den Arbeiter für sich gewannen. „Das Känguru-Manifest“ ist da schon von einer ganz anderen Kategorie, einer, bei der sich Marx wohl im Grabe umdrehen würde, wenn er sehen könnte, welche Manifeste heute so verfasst werden.
Wissen Sie, was ich wirklich toll finde? Ich finde es klasse, ganz neue Werke zu lesen - Bücher und eBooks, die quasi druck- bzw. technikfrisch hergestellt wurden. Sie wirken meist so aktuell, bearbeiten nicht selten brandaktuelle Themen und niemand kann so wirklich mit Sicherheit behaupten, dass das Werk Erfolg haben wird. Zuletzt ging mir das bei Tommy Jaud und seiner lustigen Darstellung in „Hummeldumm“ so. Ich habe es gelesen, noch bevor die Masse es zu einem Bestseller erhob, noch bevor jeder meinte, das müsste man unbedingt lesen. Nun steht im Oktober die Frankfurter Buchmesse 2011 an und eines ist vorab klar. Auch, wenn die sechs Finalisten für den Deutschen Buchpreis noch keinen Bestsellerstatus haben, scheint mir vor allem Sibylle Lewitscharoff mit ihrem „Blumenberg“ großes Potenzial zu haben.
Heute genau vor einhundert Jahren ist im britischen Cornwall ein Mann auf die Welt gekommen, der aufgrund seiner Leistung für die globale Literatur und das Königreich Großbritannien in den Geschichtsbüchern als Sir bezeichnet wird. Schon in jungen Jahren, kurz nach der Einschulung begann Sir William Golding mit dem Schreiben. Nach ersten kleineren Gedichten in den Anfangsjahren waren es die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges, die Goldings weiteres Werk prägten. So ist „Der Herr der Fliegen“ eine Geschichte, die speziell die sonderbaren Beziehungen in einer Gemeinschaft darstellen. Wenn anfänglicher Zusammenhalt in Tyrannei, Mord und Totschlag umschlägt, daann zeigt sich der ganze Abgrund, der hinter einer menschlichen Seele schlummert.
Kennen Sie den Rattenfänger von Hameln? Das war derjenige, welcher sich der gesamten Kindheit eines Städtchens bediente, weil diese nicht bereit dazu war, ihn finanziell so zu entschädigen wie es vorher einmal abgemacht wurde. In unserer heutigen Zeit scheint das abstrakt, wir sichern uns stets mit Verträgen ab, damit genau so etwas nicht passiert. Falls doch irgendjemand einen Vertragsbruch begeht, kommt es schließlich zu Mord- und Totschlag, aber zurück zur Thematik. Was tun wir, wenn plötzlich einfach mal ganz viele Menschen verschwinden? Wie reagieren wir? Suchen wir wirklich nach einer Erklärung oder schieben wir uns gegenseitig die Schuld zu? „Gone 1 - Verloren“ von Michael Grant behandelt diese Fragen und sogar noch eine schlimmere. Was ist, wenn man weiß, dass es schon bald einem selbst so ergehen wird?
David Morrell ist ein herausragender Autor, zumindest, wenn es um richtig gute Actionthriller geht. Was viele gar nicht wissen, ist, dass Mister Stallone alias John Rambo für seine Kinorolle eine literarische Vorlage hatte, eben von jenem David Morrell. Man kann also gut und gerne behaupten, dass der Mann schon Geschichte geschrieben hat. Er ruht sich darauf aber nicht aus, sondern schreibt auch nach dem Elitekrieger zahlreiche Werke, so wie „Creepers“, eine abwechslungsreiche Geschichte um eine abenteuerlustige Gruppe, die auf der Suche nach dem individuellen Nervenkitzel ihr blankes Horrorszenario erlebt.
John Demjanjuk ist heute 91 Jahre, er war einst Teil der SS und so Mitglied einer Gruppierung, die in den 1940er-Jahren das Leben von Millionen Menschen beendete. Dem Ukrainer wurde für diese Verbrechen in den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Israel ein Prozess gemacht. Für seine Verbrechen im Konzentrationslager von Treblinka wurde „Iwan der Schreckliche“ mit der Todesstrafe belegt, nur war Demjanjuk gar nicht derjenige, für den man ihn hielt. Ein weiterer Prozess in den USA sorgte dafür, dass er zurück in die Ukraine geschickt wurde. Demjanjuk wehrte sich dagegen und kam schließlich nach Deutschland, wo man in diesem Jahr die Akte in einem dritten Prozess endgültig schloss.
Es ist einer der ältesten Mythen der Geschichte. Seit nunmehr über 2000 Jahren ist das Christentum als eine der großen Religionen Bestand einer Kugel, die wir Welt nennen. Einer, der als zentrale Figur in der Glaubensgeschichte auftritt, ist Jesus von Nazareth, der am Kreuz für den Glauben einen Märtyrer-Tod starb. Einst wurde sein Blut in einem Kelch aufgefangen. Dieses Gefäß gilt als der Heilige Gral oder ist es vielmehr derjenige Kelch, aus dem Jesus im Letzten Abendmahl trank? Vielleicht ist der Gral auch gar kein Kelch, vielleicht ist es ein Korpus an wichtigen Dokumenten, vielleicht ein gigantischer Schatz, ein Berg von Gold oder auch der Stein der Weisen. Was der Heilige Gral wirklich ist, darüber kann keine Wissenschaft der heutigen Zeit mit Sicherheit Auskunft geben. Klar ist nur, dass sich seit jeher Mythen um diesen Gral drehen, so auch „Parzival“ – ein Ritter, der auszog, um Gralskönig zu werden.