Viele Menschen wünschen sich, einmal auf einer einsamen Insel zu sein, weit entfernt von allem Übel der Großstadt. Fernab, in einer Welt, in der Geld keine Rolle spielt und wir diejenigen Dinge wieder zu schätzen wissen, die wir in unserer heutigen Zeit des Öfteren als so gewöhnlich und allgegenwärtig einschätzen. „Robinson Crusoe“ hat es nach eigenen Angaben oder auch denjenigen seines Autors Daniel Defoe 28 Jahre lang geschafft, sich auf dieser einsamen Insel zurechtzufinden und letztlich auch den Weg zu sich selbst zu finden. Gesegnet von dem Wunsch, die Welt zu erkunden, begibt sich Robinson zur Seefahrt, die ihn als einzigen Überlebenden eines Schiffbruchs an das Ufer einer Insel spült.
Ich habe hier schon über „Resturlaub“ geschrieben, auch über „Hummeldumm“, den größten Erfolg Tommy Jauds, habe ich mich geäußert, stets positiv. Das liegt daran, dass ich Jaud für einen sehr talentierten Autor halte, denn er schafft es, Dinge, die so normal und allgegenwärtig scheinen, besonders darzustellen. So ist das auch bei der Flucht des Pitschi Greulich, die nun, vier Jahre nach seiner Veröffentlichung, an den Kinokassen als Film gewählt werden kann. Wenn der Film, der deutsche Topbesetzung aufweist, zum Kassenschlager wird, scheint eine Verfilmung von „Hummeldumm“ unausweichlich. Bis es soweit ist, schauen wir Hauptdarsteller Maximilian Brückner bei seinem Handwerk zu.
Gesunde Ernährung ist wichtig. Das wird von allen Seiten gepredigt, unsere heutige FastFood-Gesellschaft für ihr Verhalten getadelt und immer mehr „gesunde“ Produkte dringen in den Markt. Ich schreibe das mit Vorbehalt, denn nicht zuletzt dank einer neuen Homepage erfahren wir zunehmend, dass uns bei vielen Lebensmitteln Dinge vorgeschwindelt werden, die weder enthalten sind noch was mit dem Produkt zu tun haben. Der Original Sylter Matjeshering kommt zum Beispiel häufig aus Norwegen. Dort wo Fitness draufsteht, ist meistens nichts Fitmachendes drin, häufig sind diese Produkte einfach nur teurer.
Ist es nicht beachtlich, wie wir Dinge als so sonderbar darstellen, ihnen Platz in den Nachrichten einräumen und die ganze Welt darüber redet, obwohl die Meisten schon vorab davon ausgegangen sind, dass sie irgendwann so passieren werden? Es ist beachtlich. Aber dennoch sind wir als Mensch so geschaffen, dass uns solche Dinge dann irgendwie dennoch treffen, selbst wenn wir sie erwarten. Mal ganz im Ernst. Wer ist davon ausgegangen, dass Soulstar Amy Winehouse ihren 30.Geburtstag erlebt? Das mag jetzt vielleicht altklug klingen und ich möchte auch keinesfalls böse über sie sprechen, aber gerade wenn jemand so in der Öffentlichkeit steht, erkennt man ziemlich genau, wo ein Weg hinführen kann.
Ohne Frage hat Griechenland derzeit einen schweren Stand in der Welt, nicht zuletzt wegen dem wirklich drastischen Finanzfiasko, das die EU in ernsthafte Schwierigkeiten manövrierte. Gerade hat man ein Paket beschlossen, dass die Griechen retten soll, auf Kosten der anderen Mitgliedsstatten versteht sich. Der Frust auf Griechenland steigt, keine Frage, weil alle davon ausgehen, dass wir als normaler Bürger dafür büßen müssen, was Griechenland versemmelt hat. Trotzdem vertrete ich nach wie vor den Standpunkt, dass wir ohne Griechenland heute nicht auf dem Stand wären, den wir haben. Auch wenn man dafür ein wenig zurück gehen muss und versucht das griechische Bild dank der Antike wieder in ein besseres Licht zu rücken.
Mit Betrachtung der wirklich großen Autoren der Weltgeschichte gibt es immer wieder Dinge, die ihnen nach ihrem Ableben angelastet werden. Man möchte fast glauben, dass sie erst zu richtige Autoren von Weltformat werden, wenn sie irgendetwas auszeichnet, das auf einen sonderbaren Charakter schließen lässt. Der Inbegriff dessen, was ich hier gerade versuche deutlich zu machen, ist Ernest Hemingway - die vielleicht schillerndste Figur, welche die literarische Welt je aufbieten konnte. Anders als andere hat es Hemingway nie versucht, seine eigene Person in ein gutes Licht zu rücken. Er hatte viele Liebschaften, seine größte war Whisky. Der Arztsohn war kein Meister der Verschönerung des eigenen Charakters. Er war ein Meister dessen, was wir als authentisches Schreiben bezeichnen können.
Das erste, was ich mich nach dem Durchwälzen von Nele Neuhaus´ Roman „Tiefe Wunden“ gefragt habe, ist, wer zum Teufel einen 92-Jährigen umbringt. Mit Verlaub, das ist ein wirklich hohes Alter und eines, das nicht viele Menschen erleben. Es ist wahrscheinlich auch eines, bei dem man normalerweise davon ausgehen kann, dass es nicht mehr lange ein Leben ist. Häufigster Grund für den Mord an einer so alten Person ist die Aussicht auf ein Erbe, das man zwar eh irgendwann bekommt, auf das man aber nicht zu warten bereit ist. Bei Nele Neuhaus hat die ganze Szenerie einen anderen Hintergrund.
Immer wieder stößt man in den Boulevardblättern, die unsere Internetforen und vor allem die Zeitungskioske zieren, auf Umfragen. Die sind komplex, man soll sich immer für irgendetwas oder irgendwen entscheiden, einen herausragenden Sportler, den süßesten Popmusiker oder den lustigsten Hollywoodstar. Manchmal, gerade in der Zeit vor Wahlen, fragt man uns auch immer, welcher Politiker in unserer Gunst am höchsten steht. Ist es ein Wulff, ein Gabriel oder ein Rösler, eine Merkel, eine Roth oder eine Pau. Ich sag Ihnen, wen ich bevorzuge – es ist Bismarck. Ja noch immer ist es jener Preuße, dem ich das größte politische Talent anrechne, auch wenn sich ein Otto von Bismarck wohl die Nase rümpfen würde, was heute tagtäglich zur Atom- und Gesundheitspolitik von sich gegeben wird.
Ich habe im vergangenen Jahr das Werk von Josh Bazell wirklich euphorisch, teilweise fanatisch durchgewälzt. „Schneller als der Tod“ hat mir vom Stil her einfach so gut gefallen, dass ich mich kurze Zeit nach der Erscheinung dazu habe hinreißen lassen, es als eBook gleich noch einmal zu bestellen. Manch einer fragt sich nach dem Sinn dieser Handlung, aber ich hatte eben zu einer bestimmten Zeit, als ich gerade nach gutem Lesestoff lechzte, den Drang verspürt, die Geschichte des Arztes Peter Brown gleich noch einmal zu lesen. Dass ich das dann innerhalb eines Tages getan habe, hat mich im Nachhinein wirklich geärgert.
Der französische Historiker Roger Chartier, über den ich bereits im vergangenen Beitrag gesprochen habe, hat vor knapp dreißig Jahren eine Abhandlung über den Einfluss der Medienwelt auf das Gesellschaftsverhalten der Menschen verfasst. Teil dieser Argumentation war es unter anderem, dass die Medienwelt einen Spiegel der gesellschaftlichen Interessen darstellt, ihre Bedürfnisse zu befriedigen versucht, gleichzeitig aber Produkt der gesellschaftlichen Diskussion darstellt. Was würde Chartier behaupten, wenn er sich den Fall Jörg Kachelmann aus dem vergangenen Jahr anschaut? Haben wir als Gesellschaft diese Hasstriaden, die in den Medien gegen ihnen aufgebracht wurden, selbst verursacht, weil wir als Gesellschaft nichts anderes hören wollten? Wollten wir einen Skandal, der mit dem sauberen Image eines Wetterexperten abrechnet oder sind wir nur von den Medien in unserer Meinungsbildung geleitet wurden?