eBook-Welt

Robert Harris spielt mit der Angst

Unsere Welt gibt sich immer mehr dem technischen Fortschritt preis. Wir nehmen diesen teilweise gar nicht mehr selbst wahr, er ist als wichtiger Bestandteil längst in unseren Alltag mit eingeflossen. Wir bestellen unser tägliches Essen im Internet, kommunizieren über eben jenes mit unseren Liebsten und ganz im Ernst: Wem ist es heute noch möglich, ohne das Internet noch ein vollständig anerkanntes Leben innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu führen? Doch ein Gedanke spielt immer wieder eine versteckte Rolle, wenn es darum geht, über das WorldWideWeb und seine Folgen nachzudenken. Was ist, wenn wir jene Macht unterschätzen und sie irgendwann nicht mehr kontrollieren können? Ein Horrorszenario, in welchem die Technik den Menschen besiegt und das, wie Robert Harris es in seinem neuen Thriller vorführt, ein wahnsinnige „Angst“ in uns auslöst.

Es ist mein erstes Werk von Harris und er hat mich schon jetzt ganz auf seiner Seite. Aktueller könnte das Szenario nicht sein. Alex Hoffmann ist ein wissenschaftliches Genie. Er hat ein Programm entwickelt, das selbst, wenn es zum Sturz an der Börse kommt, das Geld der Kunden mehrt. Durch diesen Wundergriff hat er eine Hedgedfonds-Gesellschaft aufgebaut, die in Milliardenhöhe wirtschaftet. Ein ausgeklügelter Algorithmus kauft und verkauft nach eigenem System auf der Basis theoretischer Tendenzen und scheint sogar Terroranschläge vorauszusehen. Wenn, dass das einzige Problem für Hoffmann wäre, könnte die Welt noch rosig sein, doch irgendjemand will ihm gewaltig an den Kragen, bricht in sein Haus ein, schlägt ihn nieder und spielt mit seinen Geschäftskonten, wie es ihm beliebt. Lange tappt man im Dunkeln darüber, was da eigentlich vorgeht. Doch genau das ist es, was einen wirklich guten Thriller von einem gewöhnlichen abgrenzt.

11 Jan
Diskussion Leider noch keine Kommentare
Kommentar schreiben

Dieses Feld muss ausgefüllt werden