Lange ist es nicht mehr hin, bis die besten 23 deutschen Fußballer in Polen und der Ukraine gegen die 15 besten anderen europäischen Mannschaften um den Europameistertitel und damit die Nachfolge Spaniens wetteifern. Mit dabei ist wohl auch der Münchner Verteidiger Jerome Boateng, seinerseits Defensivspieler und wohl in erster Linie dazu da, um Tore zu verhindern. Jerome, der in Berlin groß geworden ist, über den HSV und Manchester City zum FC Bayern gefunden hat, besitzt einen Bruder, der ebenfalls sehr erfolgreich gegen den Ball tritt, wenngleich er hierzulande nicht den allerbesten Ruf genießt. Von beiden und dem dritten Bruder Goerge erzählt Journalist Michael Horeni in „Die Brüder Boateng“.
Vorab eine kleine Anekdote. Bei der Bambi-Gala in der vergangenen Woche kam Gangsterrapper Bushido in weiblicher Begleitung. Die Dame, ihrerseits Schwester von Sarah Connor, stand vor einigen Jahren schon mal an gleicher Stelle, sie begleitete ihren damaligen Freund Mesut Özil zur Vergabe des Integrationsbambis. Zufall, oder ist Anna-Maria Lagerblom ein Bambi-Magnet und ist sie es eigentlich, für die der Bambi sein sollte? Immerhin ist sie zum Islam konvertiert, damals als Freundin von Preisträger Mesut Özil. Einen faden Beigeschmack hinterlässt die Gala, auch ohne Lagerblom, nicht zuletzt, weil Rosenstolz-Mitglied Plate die Vergabe kritisierte und Kultstar Heino aus Reaktion seinen Bambi per Post zurückschickte.
Lange ist es nicht mehr bis der Tag in die Welt bricht, an dem in Deutschland das nächste Sommermärchen eröffnet werden soll. Die Protagonisten heißen nicht Schweini und Poldi, es ist nicht der nun ausgemusterte Capitano Michael Ballack, der die Truppe aufs Feld führt und auch nicht sein Nachfolger Phillip Lahm. Nein die Namen sind andere, es sind Fußballer oder vielmehr Fußballerinnen, welche die Namen Prinz, Bajramaj oder Garefrekes auf ihren Trikots tragen. Die Frauenfußball-WM findet 2011 in Deutschland statt und die Frauen schwingen sich auf, eine ebenso große Euphorie zu entfachen wie es die männlichen Kollegen vor fünf Jahren taten.
Derzeit moderiert Nazan Eckes die Gewinnspielshow „The Cube“, in der Kandidaten Aufgaben in einem Würfel erledigen müssen, um letztlich eine hohe Gewinnsumme nach Hause zu bringen. Häufig sehen die Spiele gar nicht schwer aus, aber niemand sollte den Fehler machen, den Würfel zu unterschätzen. Es ist nicht die erste Show, welche die junge Deutsch-Türkin im deutschen Fernsehen moderiert. Längst ist Nazan Eckes zu einer unverzichtbaren Person im deutschen Fernsehen geworden und genau dadurch beweist sie, dass Vorurteile zum Thema Integration innerhalb Deutschlands nicht immer zutreffend sind. Eckes erzählt in ihrem Werk „Guten Morgen, Abendland - Almanya und Türkei - eine Familiengeschichte“ aber auch, dass einige von den so genannten Vorurteilen immer wieder Platz in der Gesellschaft finden.
Wir Deutschen haben eine lange Geschichte. Eine Geschichte, die geprägt ist von großen Territorialkriegen und –bündnissen, die durchdrungen ist von klugen Köpfen wie Einstein und Max Planck, von Literaten wie Goethe und Schiller, von Sportikonen wie Kaiser Franz und Boris Becker, von Musikern wie Bach oder Lena Meyer-Landruth. Doch gibt es auch dunkle Kapitel in unserer Geschichte, denn wenn man ganz nach oben will, verletzt man auf dem Weg dorthin andere. Es scheint gar zu milde ausgedrückt, wenn wie die Geschehnisse zwischen 1933 und 45 betrachten, zumal sich der Hass der Deutschen gegen das jüdische Volk noch weit früher finden lässt.
Es ist ein Phänomen, dass wir von bestimmten Personen immer bestimmte Dinge im Kopf haben, die wir benennen können ohne den Namen dieser Person zu sagen und dennoch weiß jeder, um wen es geht. Wenn ich Ihnen sage, dieser Mann ist ewig im Amt, er hat mit einem Ballspiel zu tun und trägt gerne einen schön gewachsenen Schnurrbart, dann wissen sie spätestens beim dritten Tipp, dass es sich um Heiner Brand, den Trainer der deutschen Handballnationalmannschaft handelt. Dieser steht in den kommenden gut zwei Wochen wieder mehr im Fokus der Öffentlichkeit, denn in Schweden treffen sich derzeit die besten Mannschaften der Welt, um einen Nachfolger für den amtierenden Weltmeister Frankreich zu finden.
2010 war ein Jahr, das viele Geschichten für uns parat hielt, womöglich kommt ja noch die eine oder andere dazu. Deutschland spielte sich in Südafrika in die Herzen der gesamten Fußballwelt, Deutschland war einer der besten Medaillensammler der Olympischen Winterspiele, Deutschland hat einen neuen Formel1-Weltmeister und Deutschland ist Sieger des Grand Prix Eurovision de la Chanson, zu English des Eurovision Song Contest oder in der Landessprache des Liederwettbewerbes der Eurovision.
Über zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass Deutschland gespalten war, noch immer beschweren sich die einen Menschen über Dinge, in denen sie sich benachteiligt fühlen, die anderen finden ein anderes Thema. In der Tat wird in den unterschiedlichsten Bereichen mit zweierlei Maß gemessen und das, obwohl die eigentliche Absicht der Einheit Deutschlands doch bereits im Namen der Sache verankert scheint.
Es ist doch wirklich eigenartig, wenn man ins Ausland kommt und nicht als das erkannt ist, was man ist. Ich rede hier nicht von Österreich oder der Schweiz, sondern vom entfernten Ausland, der Dominikanischen Republik, Israel oder Neuseeland. Wie oft ist es Ihnen schon passiert, dass Sie im Ausland spazieren gehen, seien es die Vereinigten Staaten oder Indien, etwas in einem Souvenirshop erwerben möchten und der Verkäufer im Gespräch erfährt, das Sie ein „German“ sind. „What do you think about Hitler?“ ist eine nicht selten gestellte Frage.
Die Existenz zweier getrennter Staaten im heutigen Raum Deutschlands ist nun gut 20 Jahre her und dennoch ist sie noch immer existent, zumindest im Gedankengut der Deutschen. Die „Ossis“ fühlen sich in Bezug auf ihre Gehälter benachteiligt, die selbst nach zwanzig Jahren noch immer nicht dem Standard des Westens entsprechen. Die „Wessis“ wiederum reagieren empört darauf, wenn mal wieder ein Kindergarten im Osten saniert werden soll, komischerweise passiere das immer nur in den neuen Bundesländern.