Sie ist ohne Frage die Inkarnation der perfekten Schriftstellerin, um Frauen jeden Alters gebührend zu unterhalten. Kerstin Gier zieht Leserinnen in ihren Bann. Vollkommen unwichtig ist das dabei, ob diese 14 oder 82 Jahre alt sind. Mit ihrem Stück „Ein unmoralisches Sonderangebot“ schaffte sie bereits die 11.Auflage, auch das dazugehörige eBook hat seinen Platz auf einigen Readern bereits bekommen. Was Gier vielleicht am meisten auszeichnet, ist die Art und Weise ihrer Themenauswahl, denn nicht selten bringt sie Problemstellen des Lebens zu Papier, die viele Leserinnen so oder in ähnlicher Form schon einmal selbst erlebt haben und sich deshalb bereits mit den Geschichten identifizieren können.
In einigen Kulturen unserer Welt gibt es Dinge, die mit unserem eurozentrischen Denken nicht richtig erscheinen. Es sind Sachen, die wir sehen und Taten, die andere tun. Wir verstehen diese nicht und auch nicht die ihnen zugrundeliegende Hintergründe. Ich denke, dass sich auch ohne diese europäisch-kulturell gefärbte Brille viele Taten nicht rechtfertigen lassen, egal welcher Religion, Kultur oder Staatsangehörigkeit man angehört. Ein so ein Fall, den ich mit einem kritischen Auge sehe ist jener einer heute in Kanada lebenden Frau, die sich über Jahre hinweg Misshandlungen ausgeben musste, eben, weil es Teil des kulturell-religiösen Verständnisses ihrer Angehörigen war. „Der Schleier der Angst“ ist ihr Versuch, sich mit dem Übel der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen.
Man sagt ja immer, dass Frauen eher auf zartbesaitete Literatur und Männer auf Geschichten rund um Mord und Totschlag abfahren. In großen Teilen der Realität würde ich für diese Hypothese Partei ergreifen und könnte dafür auch zahlreiche Beispiele geben. Ausnahmen jedoch bestätigen diese Regel, denn Susanne Mischke schreibt für Frauen, allein schon, weil ihre Hauptprotagonisten in den kleinen Mordgeschichten allesamt ihrem Geschlecht angehören. Von zarter Besaitung darf aber bei „Mordsweiber No.1“ keinesfalls gesprochen werden, denn in den drei dort enthaltenen Kurzgeschichten geht es teilweise sehr rabiat und folgenschwer zu.
Natürlich schließt das eine das andere bei normaler Betrachtung aus, aber nehmen Sie mal drei Wasserschüsseln, eine heiße, eine kalte und eine lauwarme! Schauen Sie mal, in welchem Raum sich die lauwarme bewegt – Überraschung ist quasi vorprogrammiert. Na gut so viel dazu, Dora Heldt hat in ihrem neuen Roman einen Titel gewählt, der die Wörter heiß und kalt verbindet. Doch eigentlich geht es gar nicht um Temperaturen, sondern vielmehr um Nähe und Ferne, Enge und Freiheit. So behandelt „Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt“ den Kampf einer 49.Jährigen gegen die Enge, die ihr der 50.Geburtstag vor zu programmieren scheint.
Das letzte Rätsel der Menschheit oder zumindest ihres männlichen Teils ist gelöst und so dankt die Welt Mister Barney Stinson aus der Sitcom How I met your mother für seine begnadeten und in jedem Fall hilfreichen Tipps zum Erobern einer Frau. Viele Männer haben immer gedacht, dass es unmöglich sei eine Frau für sich zu gewinnen, die im Normalfall und ohne hohen Alkoholpegel nicht mal annähernd den Blick auf einen richten würde. Doch weit gefehlt, denn Stinson räumt mit allen Vorurteilen auf und erklärt, dass jeder Mann jede Frau zu jeder Zeit bekommen kann. Vorausgesetzt er hält sich an die bewährten Strategien von „Das Playbook“.
Wie lustig diese Frauenromane doch immer geschrieben sind. Sie dienen sowohl der Erheiterung ihrer Leser beziehungsweise ihres Leser und spiegeln dabei noch die wesentlichen Alltagsgeschichten der Gesellschaft wieder. Die Perfektion dieser Art des Schreibens hat Autorin Janet Evanovich vollbracht und so dienen ihre zahlreichen Romane, die in der Regel das Leben von Stephanie Plum und demnach die von ihr erlebten Abenteuer auf unterhaltsame Weise zu inszenieren wissen. Die Hauptprotagonistin muss sich mit wirklich unangenehmen Hürden der Welt auseinandersetzen und so rutscht sie nicht selten in Szenarien, die ihr häufig nicht wirklich gelegen kommen.
Ich bin eigentlich kein allzu großer Freund von Ritualen, die sich immer wieder wiederholen. Mir persönlich ist da zu wenig Abwechslung im Leben, wenn man sich jeden Freitag zum Skat am Stammtisch trifft oder mit seiner Freundin immer am ersten Samstag des Monats den Kinobesuch plant. Jahrestage sind etwas anderes, Geburtstage, Weihnachten und so etwas sollte man schon feiern. Nichtsdestotrotz finden sich immer wieder Menschen, die sich regelmäßig zu solchen Ritualen zusammenfinden, sowie „Die Dienstagsfrauen“, über die Monika Peetz in ihrem gleichnamigen Roman schreibt. An jedem ersten Dienstag im Monat treffen sich die fünf in ihrem Stammlokal, reden über alles Mögliche und planen einmal im Jahr ein großes gemeinsames Ereignis.
Es wäre böse zu behaupten, dass all die großen und weisen Köpfe der Geschichte Männer waren. Da wären zum Beispiel Einstein, Shakespeare, Napoleon, Platon, Mozart, Alexander von Makedonien, Goethe, Aristoteles…
Menschen haben Geheimnisse, eine Menge, so viel steht fest. Wir hegen Geheimnisse, um uns selbst zu schützen, gelegentlich aber auch, um andere zu schützen. Wir belügen manchmal Freunde, wenn wir davon überzeugt sind, dass es besser für sie ist, wenn wir mal nicht die komplette Wahrheit sagen. Kleinere Fehler versuchen wir tot zu schweigen, sind sie doch viel zu unwichtig, um sich wirklich über sie aufzuregen. Vor allem schweigen wir, wenn uns etwas Peinliches passiert, außer wir können selbst darüber lachen.
Na hoppla, was ist das denn? Ein Mann geht ins Fitnessstudio, um sich von einer Frau wieder in Form bringen zu lassen? Für mich klingt das auch trotz der längst etablierten Emanzipation der vergangenen Jahrzehnte nach wie vor ein wenig fragwürdig. Es klingt gar paradox, doch wohlmöglich liegt genau darin die Absicht von Stefan Schwarz, der uns mit „Hüftkreisen mit Nancy“ eine ganz neue Art der Midlife Crisis liefert.