Unsere Welt gibt sich immer mehr dem technischen Fortschritt preis. Wir nehmen diesen teilweise gar nicht mehr selbst wahr, er ist als wichtiger Bestandteil längst in unseren Alltag mit eingeflossen. Wir bestellen unser tägliches Essen im Internet, kommunizieren über eben jenes mit unseren Liebsten und ganz im Ernst: Wem ist es heute noch möglich, ohne das Internet noch ein vollständig anerkanntes Leben innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu führen? Doch ein Gedanke spielt immer wieder eine versteckte Rolle, wenn es darum geht, über das WorldWideWeb und seine Folgen nachzudenken. Was ist, wenn wir jene Macht unterschätzen und sie irgendwann nicht mehr kontrollieren können? Ein Horrorszenario, in welchem die Technik den Menschen besiegt und das, wie Robert Harris es in seinem neuen Thriller vorführt, ein wahnsinnige „Angst“ in uns auslöst.
Es ist schon verwunderlich mit anzuschauen, wie ein Trend, eine neue Technik, die ganz bestimmt viel Gutes bewirken kann, in den letzten Jahren den Menschen ergriffen hat. Tagtäglich werden wir Zeuge davon, wie Menschen im Internet noch eh man es selbst weiß, die neuesten Infos über die eigene Familie haben, wie sie sich freuen, weil jemand, dem sie in den letzten zehn Jahren einmal begegnet sind, das Freundschaftsangebot annimmt. Wir sind auf der anderen Seite erschrocken, wenn es Wildfremde sind, die an diese Informationen gelangen, wenn uns jemand auf der Straße anquatscht, den wir gar nicht kennen und uns fragt, wie es denn bei der gestrigen Party von Markus zu so einem Foto gekommen sei.
Das Internet ist toll. Es gibt vieles, was wir durch es, beziehungsweise in ihm machen können. Wir können quizzen und shoppen, uns belesen und informieren, Freunde gruscheln und Leute, die wir nicht so mögen, blockieren. Wir können anderen die Fotos von unserer gestrigen Feier zeigen und sie vor denjenigen, für die wir in Zukunft arbeiten wollen, scheinbar geheim halten. Wir können uns bei diesen bewerben, dazu eine Videobewerbung ins Netz stellen. Wir können die Bilder von anderen „Usern“ kommentieren, uns selbst darauf einrahmen, Bücher bestellen oder nur die Inhaltsangabe ausdrucken, unsere Uninoten einsehen und die ganze Nacht durchspielen, sehen, wann wer Geburtstag und wann wer Training hat….
Ich bin ein großer Fan von den atemberaubenden Schauspielkünsten des Herrn Will Smith. Ob die „Men in Black“-Reihe, „Hitch“ oder „Hancock“ – der Mann kann viele Rollen in den verschiedensten Filmgenres spielen, vom Actionstreifen bis zur Komödie. Es gab auch mal einen Film, in dem Will Smith durch Zufall zur größten Bedrohung der Vereinigten Staaten wurde und er auf der Kinoleinwand um sein Leben rennen musste, allein aus dem Grund, dass er ein Geheimnis bei sich trug. Die Situation von Will Smith ist nicht so ganz mit der von WikiLeaks zu vergleichen, denn dieser neue Staatsfeind hat die Geheimnisse stets bewusst parat gehabt und sie in der Folge auch veröffentlicht.