Ob nun Fiktion oder nicht, Detektiv Sherlock Holmes ist eine der wichtigsten Romanfiguren der Neuzeit. So sah ich es auch als persönliche Pflicht an, ihn mir gestern einmal mehr auf dem Fernsehbildschirm anzuschauen, ihn und seinen smarte Helfer Dr. Watson. Neu aufgelegt und mit wesentlich mehr Actionszenen vollgepackt als es in den früheren Geschichten passiert war, gelingt es auch im 21.Jahrhundert noch den Charme und das Genie des brillanten Detektivs auf den Beobachter zu übertragen. Alles geht zurück auf einen Mythos und mit Sir Arthur Ignatius Conan Doyle auf einen Autor, der diesen zu Papier gebracht hat.
Na, wie wäre es einmal mit einem kurzen Pausensnack? Keinen Hunger? Na dann vielleicht mal ein eBook, das sich flüssig herunterliest, nicht nur, weil es in einem gut verträglichen Stil geschrieben ist, sondern auch, weil es anders als die anderen Varianten des Genres schnell zu einem Abschluss kommt? Irgendwie scheint die Gesellschaft mit ihrem Leseverhalten ganz akut auf die aktuellen Neuerscheinungen Einfluss genommen zu haben. Ganz nach dem Motto „Mensch macht Geschichte“ macht Mensch nun auch Geschichten. Vor allem scheint der Mensch zunehmend Mitsprachrecht auf die Länge des Lesestücks zu bekommen. So sind im eBook „Kleine Morde für Zwischendurch Bd.1“ gleich drei Geschichten in ein Werk gepackt.
Die Geschehnisse, die man derzeit in den Nachrichten über die britische Hauptstadt sehen kann, erinnern eher an ein Horrorszenario aus dem Nahen Osten als an United Kingdom. Ja man ist es gewohnt, brennende Städte zu sehen, in denen Nato-Soldaten gegen die Taliban kämpfen und versuchen unsere Welt im Kampf gegen den Terrorismus ein Stück weit sicherer zu gestalten. Aber brennende Familienunternehmen, Bibliotheken, Schulen und Einkaufszentren in London zu sehen, das wundert einen schon ein wenig. Vor allem macht es uns bestürzt, wenn wir sehen, wie schnell es selbst in einem europäischen Land passieren kann, das der Ausnahmezustand die Straßen regiert.
Das erste, was ich mich nach dem Durchwälzen von Nele Neuhaus´ Roman „Tiefe Wunden“ gefragt habe, ist, wer zum Teufel einen 92-Jährigen umbringt. Mit Verlaub, das ist ein wirklich hohes Alter und eines, das nicht viele Menschen erleben. Es ist wahrscheinlich auch eines, bei dem man normalerweise davon ausgehen kann, dass es nicht mehr lange ein Leben ist. Häufigster Grund für den Mord an einer so alten Person ist die Aussicht auf ein Erbe, das man zwar eh irgendwann bekommt, auf das man aber nicht zu warten bereit ist. Bei Nele Neuhaus hat die ganze Szenerie einen anderen Hintergrund.
Wenn man sich verschiedene Morde anschaut und mal einen ganz besonderen Blick auf das Tatmotiv riskiert, kann es durchaus passieren, dass man eine Tat, die man bei bloßer Betrachtung als absoluten Frevel ansieht unter Hinzunahme des Dinges, was es ausgelöst hat, in einem komplett anderen Licht erblickt. Besonders Morde, in denen Rache als das Motiv im Raum steht, sind in dieser Art gefährdet, denn nicht selten zeigt man später Verständnis für die Tat, kann sich selbst sogar in der Handlung des Mörders wiederfinden, empfindet nun Mitleid mit ihm und seiner rechtmäßigen Strafe.
Wir Deutschen kennen den Verlauf des Ersten Weltkriegs, wir begrenzen ihn auf die Jahre 1914 bis 1918, wir kennen auch den Zweiten Weltkrieg, dessen Anfänge sich in unserem Land schon mit der Machtergreifung der NSDAP im Jahr 1933 abzeichneten. Die Zeit dazwischen beschreiben wir als so genannte Weimarer Republik – eineinhalb Dekaden des wirren Durcheinanders und der politischen Instabilität. In dieser Phase gab es aber auch die Goldenen Zwanziger, einen Aufschwung der Literatur und der Kunst. Aus dieser Zeit stammt eine Vielfalt an Strömungen, die noch in der heutigen Zeit ihre Nachahmer finden. Nichtsdestotrotz sind es die politischen Versteckspiele, die uns weitgehend in Erinnerung bleiben.