Erinnern Sie sich noch an diesen lustigen Kaspar in Glitzerjacke und mit wellender blonder Lockenmähne? So richtig etwas gemeinsam mit demjenigen, den wir momentan wieder Samstagabends am Fernsehbildschirm in Deutschlands größter Musikcastingshow sehen, hat er nicht mehr – den Namen vielleicht und die Sprüche, die jetzt aber erst auch an die Allgemeinheit dringen können. Experten wissen, dass Dieter Bohlen auch früher schon mal den ein oder anderen lustigen Spruch herausgehauen hat. Doch erst jetzt, wo man ihn durch DSDS als Poptitan charakterisiert, haben es seine Floskeln auch geschafft, Kultstatus zu erreichen. In „Meine Hammer-Sprüche“ finden sich die besten von ihnen, weshalb ein Blick hinein sich als komische Alltagsabwechslung ja förmlich anbietet.
Vergangenen Freitag habe ich mir den Deutschen Comedy Grand Prix angeschaut. Dort haben Cindy aus Marzahn, Kaya Yanar und der dritte Juror im Bunde, Dr. Eckhart von Hirschhausen, Deutschlands Comedynachwuchstalent des Jahres 2011 gesucht. In Ruhrpottler Markus Krebs, der einen Gag nach dem anderen rausposaunt hat, haben sie es gefunden. Der wahre Comedyfaktor ging aber einmal mehr vom Jurypult aus, insbesondere Kaya Yanar hat an manch ohnehin schon lustiger Stelle die zusätzliche Pointe in den Raum geworfen. Unter den finalen Kandidaten war auch eine 19-Jährige, die facettenreich in die verschiedensten Rollen schlüpfen kann, ganz ähnlich wie Yanar, der seit er in Deutschland Comedy macht, alle Schwächen der Inder, Italiener, Türken, Russen und Griechen zu uns bringt.
Dass Männer in den Vierzigern ganz gerne mal neue Vorlieben entdecken und sich an frühere Tage zurückerinnern, ist schon lange kein bloßer Mythos mehr. Wenn man es beruflich geschafft hat, Frau, Kinder und Haus im Einklang damit zu verbinden sind, kommt irgendwann bei jedem einmal der Punkt, an dem man eine neue Aufgabe benötigt. Beim FAZ-Sportredakteur Michael Horeni war dieser Punkt ein morgendlicher Jogginglauf mit einer alten Bekannten rund um die Alster. Diesen schaffte er nicht, was dem ehemaligen Sportabiturienten zu denken gab. Als dann auch noch die Haushälterin anmerkte, er habe ein wenig zugenommen, stand für Horeni fest, es muss sich was ändern in seinem Leben, der Sport muss zurück.
Das war eine wirklich herbe Nachricht Anfang letzter Woche, als in den Nachrichten über den Tod eines der größten Entertainer unserer Zeit berichtet wurde. Ich habe Vicco von Bülow einst als Ikone und Unterhalter meiner Großeltern kennengelernt. Auf nahezu jeder Familienfeier wurden Sketche vom großen Loriot auf die Familienbühne transferiert. Nachdem ich ihn das erste Mal gesehen habe, schaute ich mir Loriot immer mal wieder an. Denn, und ich denke, ich kann es sagen, dieser Mann war zeitlos, sein Programm etwas für alle Generationen – kurz: einfach nur komisch. Es würde wohl auch nicht zu Loriot passen, wenn wir nun ewig trauern. Wir sollten ihn besser so in Erinnerung behalten, wie er es sich gewünscht hätte, nämlich als lustigen Unterhalter und Idol für viele, die ihm nachfolgten.
Das letzte Rätsel der Menschheit oder zumindest ihres männlichen Teils ist gelöst und so dankt die Welt Mister Barney Stinson aus der Sitcom How I met your mother für seine begnadeten und in jedem Fall hilfreichen Tipps zum Erobern einer Frau. Viele Männer haben immer gedacht, dass es unmöglich sei eine Frau für sich zu gewinnen, die im Normalfall und ohne hohen Alkoholpegel nicht mal annähernd den Blick auf einen richten würde. Doch weit gefehlt, denn Stinson räumt mit allen Vorurteilen auf und erklärt, dass jeder Mann jede Frau zu jeder Zeit bekommen kann. Vorausgesetzt er hält sich an die bewährten Strategien von „Das Playbook“.
Ich habe hier schon über „Resturlaub“ geschrieben, auch über „Hummeldumm“, den größten Erfolg Tommy Jauds, habe ich mich geäußert, stets positiv. Das liegt daran, dass ich Jaud für einen sehr talentierten Autor halte, denn er schafft es, Dinge, die so normal und allgegenwärtig scheinen, besonders darzustellen. So ist das auch bei der Flucht des Pitschi Greulich, die nun, vier Jahre nach seiner Veröffentlichung, an den Kinokassen als Film gewählt werden kann. Wenn der Film, der deutsche Topbesetzung aufweist, zum Kassenschlager wird, scheint eine Verfilmung von „Hummeldumm“ unausweichlich. Bis es soweit ist, schauen wir Hauptdarsteller Maximilian Brückner bei seinem Handwerk zu.
Es gibt so viele Dinge in unserer Gesellschaft, die fragwürdig sind und noch mehr Personen, bei denen wir uns fragen, warum und weshalb sie eigentlich in der Öffentlichkeit an jedem Ort präsent sein müssen. Jeden Tag schauen wir uns Leute an, die vollkommen fokussiert auf ihrem iPhone herumtippen und rein gar nichts mehr davon mitbekommen, was um sie herum, also in der Welt fernab des Displays, passiert. Wir schauen uns im Fernsehen die hundertste potenzielle Ehegattin von „Loddar“ Matthäus an, der predigt, dass es dieses Mal anders wird. Klar, warum auch nicht? Dieses Mal hat er das bulgarische Unterwäschemodel ja aufgrund ihres Charakters auserwählt.
Wie lustig diese Frauenromane doch immer geschrieben sind. Sie dienen sowohl der Erheiterung ihrer Leser beziehungsweise ihres Leser und spiegeln dabei noch die wesentlichen Alltagsgeschichten der Gesellschaft wieder. Die Perfektion dieser Art des Schreibens hat Autorin Janet Evanovich vollbracht und so dienen ihre zahlreichen Romane, die in der Regel das Leben von Stephanie Plum und demnach die von ihr erlebten Abenteuer auf unterhaltsame Weise zu inszenieren wissen. Die Hauptprotagonistin muss sich mit wirklich unangenehmen Hürden der Welt auseinandersetzen und so rutscht sie nicht selten in Szenarien, die ihr häufig nicht wirklich gelegen kommen.
Eigentlich fällt es mir nicht schwer über Literatur zu schreiben. Ich bin eine wahre Leseratte, sauge den Stoff in mich auf, verinnerliche ihn und lasse Sie in meinen Texten über die Bücher, die ich lese, daran teilhaben. In der Regel habe ich dann in diesen Beiträgen eine zentrale Thematik vor Augen, schreibe über einen Thriller, ein historisches Zeugnis globaler Literaturgeschichte oder etwas zum Schmunzeln, doch an Tagen wie diesem fällt es mir schwer, das thematisierte Schriftstück in ein Genre zu packen. Dieter Nuhr weiß selbst nicht einmal so richtig, was „Der ultimative Ratgeber für alles“ im Gesamten sein soll.
Die meisten kennen ihn wahrscheinlich nur unter Stromberg und in der Tat gehe ich damit kein allzu großes Risiko ein, wenn ich behaupte, dass dies die bisher größte Rolle des Christoph Maria Herbst war und zwar mit Abstand. Das für ihn persönlich größte Abenteuer dürfte Stromberg aber woanders erlebt haben, an einem Ort, wo es womöglich die Wenigsten vermuten, dem idyllischen Traumschiff, das seit unzähligen Jahren das TV-Programm prägt, nicht allein dasjenige der Seniorenwelt.