Man kennt ganz sicher den Kinostreifen „Der mit dem Wolf tanzt“. Vor mehr als zwei Dekaden durfte man Kevin Costner in seiner wohl besten Rolle mehr als drei Stunden dabei zusehen, wie er den Western revolutioniert. Diese Geschichte im Gedächtnis dürfte wohl auch Maike Maja Nowak zu ihrem Werk bewogen haben, anders lässt sich der Titel für mich nicht erklären. „Die mit dem Hund tanzt“ reiht sich gnadenlos in die Reihe derjenigen Werke ein, in denen es zumindest vom Titel her darum geht, mit Tieren zu tanzen. Mit Gemeinsamkeiten war es das dann aber auch schon, denn es geht hierbei weder um einen Western, noch werden wir Mister Costner in der Hauptrolle einer möglichen Verfilmung sehen.
Ich habe immer eine klare Meinung vertreten, was den Egoismus von Menschen betrifft. Ich habe stets gesagt, dass der Mensch von seiner Natur aus ein egoistisches Wesen ist. Wenn jemand auf andere hilfsbereit wirkt, warum tut er dies dann? Es ist doch nicht, weil er mit seiner Zeit nichts anderes anzufangen weiß. Nein, ich vertrete die Meinung, dass ein Mensch stets in solchen Aktionen seinen eigenen Vorteil sieht. Ob dieser in Form einer Gegenleistung oder in Form von Beliebtheit und Ansehen erfolgt, spielt dabei keine Rolle. Nachdem ich David Precht und sein Werk „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ gelesen habe, muss ich das Bild ein wenig revidieren. Ich bleibe grundsätzlich bei meiner Mensch-ein-Egoist-Sicht, allerding ist das fortan nicht mehr unbedingt negativ zu sehen.
Es gibt einen relativ bekannten Spruch der besagt, dass Geld die Welt regiert und betrachtet man die Realität, muss man dieses Novum immer wieder beobachten. Menschen vergessen Freundschaften und häufig ihre eigenen Grundsätze, wenn der Euro, Dollar oder das Pfund in einem Zusammenhang dazu stehen. Der Journalist und die langjährige Nachrichtenikone Ulrich Wickert beschäftigt sich in seinem eBook „Redet Geld, schweigt die Welt“ mit eben jenem Phänomen. Intensiv abgelichtet wird die uns vor knapp drei Jahren ereilte Weltwirtschaftskrise, aber auch das alltägliche Leben und der Umgang jedes Einzelnen mit dem Thema Geld.
Ich habe mal den Pferdeflüsterer im Fernsehen gesehen, ziemlich mauer Film, wenn Sie mich fragen, aber gut. Viel interessanter finde ich es, wenn Menschen wirklich dazu in der Lage sind, zu verstehen, was Tiere denken beziehungsweise wie sie handeln. Ob Martin Rütter nun eher Hundetrainer oder Comedian ist, kann ich nicht einmal mit Sicherheit sagen. Auf jeden Fall aber kennt er sich aus, nicht mit Pferden, sondern mit Hunden. Deutschlands berühmtester Hundecoach hat schon so manchen besten Freund des Menschen auf die richtige Bahn gebracht, manchmal auch den Menschen selbst. Sein ganz besonderes Wörterbuch sorgt zumindest dafür, dass das Wesen Mensch das Wesen Hund verstehen kann.
Viele Menschen wünschen sich, einmal auf einer einsamen Insel zu sein, weit entfernt von allem Übel der Großstadt. Fernab, in einer Welt, in der Geld keine Rolle spielt und wir diejenigen Dinge wieder zu schätzen wissen, die wir in unserer heutigen Zeit des Öfteren als so gewöhnlich und allgegenwärtig einschätzen. „Robinson Crusoe“ hat es nach eigenen Angaben oder auch denjenigen seines Autors Daniel Defoe 28 Jahre lang geschafft, sich auf dieser einsamen Insel zurechtzufinden und letztlich auch den Weg zu sich selbst zu finden. Gesegnet von dem Wunsch, die Welt zu erkunden, begibt sich Robinson zur Seefahrt, die ihn als einzigen Überlebenden eines Schiffbruchs an das Ufer einer Insel spült.
Ich habe hier schon über „Resturlaub“ geschrieben, auch über „Hummeldumm“, den größten Erfolg Tommy Jauds, habe ich mich geäußert, stets positiv. Das liegt daran, dass ich Jaud für einen sehr talentierten Autor halte, denn er schafft es, Dinge, die so normal und allgegenwärtig scheinen, besonders darzustellen. So ist das auch bei der Flucht des Pitschi Greulich, die nun, vier Jahre nach seiner Veröffentlichung, an den Kinokassen als Film gewählt werden kann. Wenn der Film, der deutsche Topbesetzung aufweist, zum Kassenschlager wird, scheint eine Verfilmung von „Hummeldumm“ unausweichlich. Bis es soweit ist, schauen wir Hauptdarsteller Maximilian Brückner bei seinem Handwerk zu.
Worauf achten wir Menschen? Was glauben wir, was nehmen wir uns zur Brust und nach welchen Regeln agieren wir? Ich denke, dass es im Mittelalter am verheerendsten war, doch auch heute noch handeln wir mehr nach dem, was wir hören als dem, was wir mit eigenen Augen sehen. Anders lassen sich Hetzkampagnen nicht erklären und seien wir mal ehrlich, ein Prominenter ist erledigt, wenn mit seinem Namen irgendwelche schmutzige Wäsche gewaschen wird, selbst wenn diese Wäsche auf nichts als Lügen und Vermutungen aufbaut. Max Frisch, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, hat diesen Makel in der menschlichen Genetik erkannt und ihm mit „Andorra“ ein eigens konzipiertes Werk gewidmet.
Es gibt Orte, die lassen nicht einmal den Ansatz zu, man könnte glauben, dass sich an diesem Ort irgendwann mal etwas Schlimmes ereignet, etwas, das wider das Naturrecht oder gegen unsere Normvorstellungen verstößt. Natürlich passieren in Großstädten viele Verbrechen, der Saatboden für Kriminalität liegt in den vielen dunklen Gassen und dunklen Ecken. Diese bieten Schutz für zahlreiche Erscheinungen der menschlichen Abgründe. Doch wie ist das auf dem Land, in jenen Regionen, wo jeder jeden kennt und wo man nicht mal so eben in einer Straßengasse ein Verbrechen verüben kann? Wenngleich die ländliche Idylle kaum Platz für etwas Schreckliches zu bieten scheint, passieren mehrere Verbrechen fernab jeglicher Kenntnis der Nachbarn.
Menschen haben Geheimnisse, eine Menge, so viel steht fest. Wir hegen Geheimnisse, um uns selbst zu schützen, gelegentlich aber auch, um andere zu schützen. Wir belügen manchmal Freunde, wenn wir davon überzeugt sind, dass es besser für sie ist, wenn wir mal nicht die komplette Wahrheit sagen. Kleinere Fehler versuchen wir tot zu schweigen, sind sie doch viel zu unwichtig, um sich wirklich über sie aufzuregen. Vor allem schweigen wir, wenn uns etwas Peinliches passiert, außer wir können selbst darüber lachen.
Der Mensch beherrscht viele Dinge in seinem Leben, einige mehr, einige weniger gut. Nicht dazu gehört definitiv das Medium Zeit. Auch wenn wir manchen ein hervorragendes Zeitmanagement zusprechen, wir können die Zeit weder aufschieben noch verkürzen, wir können sie nicht austricksen und genauso wenig manipulieren. Ganz im Gegenteil, wir passen unsere Handlungen dem Regelwerk der Zeit an und tun nicht selten das, was sie uns abverlangt.