Ich habe immer eine klare Meinung vertreten, was den Egoismus von Menschen betrifft. Ich habe stets gesagt, dass der Mensch von seiner Natur aus ein egoistisches Wesen ist. Wenn jemand auf andere hilfsbereit wirkt, warum tut er dies dann? Es ist doch nicht, weil er mit seiner Zeit nichts anderes anzufangen weiß. Nein, ich vertrete die Meinung, dass ein Mensch stets in solchen Aktionen seinen eigenen Vorteil sieht. Ob dieser in Form einer Gegenleistung oder in Form von Beliebtheit und Ansehen erfolgt, spielt dabei keine Rolle. Nachdem ich David Precht und sein Werk „Die Kunst, kein Egoist zu sein“ gelesen habe, muss ich das Bild ein wenig revidieren. Ich bleibe grundsätzlich bei meiner Mensch-ein-Egoist-Sicht, allerding ist das fortan nicht mehr unbedingt negativ zu sehen.
Mit Philosophie ist das so eine Sache. Viele meinen, es sei eine brotlose Kunst. Aber mal ganz im ernst. Würden wir heute noch über Aristoteles, Kant und Rousseau sprechen, wenn sie so unwichtig, so brotlos für uns wären? Sicherlich scheint nicht alles, was aus dem Kanon der Philosophie an die Gemeinheit dringt, nützlich. Sicherlich kann auch jeder seine Meinung kundtun, über jedes Thema, das ihn interessiert wohlgemerkt. Philosophie ist also genau genommen nicht erlernbar, es gibt da keine Profis. Aber basiert nicht letztlich unser ganzes heutiges Leben auf den philosophischen Ansichten unserer Vorfahren? Hätten wir beispielsweise heute ein Staatssystem, das sich Demokratie nennt, wenn wir nicht begnadete Staatsphilosophen gehabt hätten? Wie ist es mit unseren ethischen Grundsätzen?
Eigentlich fällt es mir nicht schwer über Literatur zu schreiben. Ich bin eine wahre Leseratte, sauge den Stoff in mich auf, verinnerliche ihn und lasse Sie in meinen Texten über die Bücher, die ich lese, daran teilhaben. In der Regel habe ich dann in diesen Beiträgen eine zentrale Thematik vor Augen, schreibe über einen Thriller, ein historisches Zeugnis globaler Literaturgeschichte oder etwas zum Schmunzeln, doch an Tagen wie diesem fällt es mir schwer, das thematisierte Schriftstück in ein Genre zu packen. Dieter Nuhr weiß selbst nicht einmal so richtig, was „Der ultimative Ratgeber für alles“ im Gesamten sein soll.
Es wäre böse zu behaupten, dass all die großen und weisen Köpfe der Geschichte Männer waren. Da wären zum Beispiel Einstein, Shakespeare, Napoleon, Platon, Mozart, Alexander von Makedonien, Goethe, Aristoteles…