Nun ist er nicht mehr Bundespräsident, die letzten Monate waren dann letztlich doch zu viel für den charismatischen Christian Wulff, der nun als der kürzeste Amtsinhaber aller Bundespräsidenten in die Geschichte eingeht. Nachdem mit Nobert Lammert bereits einer der aussichtsreichen Kandidaten abgesagt hat, rücken andere Namen in den Fokus – Joachim Gauck beispielsweise, der sich bereits binnen kürzester Zeit zum heißgehandelten Favoriten gemausert hat und es nun, so sind sich Koalition und Opposition einig, werden wird. Der gebürtige Rostocker, der mit mittlerweile 72 nicht mehr zu den Jüngsten gehört, hat sich auch schon schriftstellerisch etablieren können und mit „Winter im Sommer, Frühling im Herbst“ ein zumindest vom Titel her verwirrendes Werk geschaffen.
Für mich persönlich, der die Deutsche Demokratische Republik nur im Ansatz kennengelernt hat, doch durch die parentale Generation immer wieder zurück in eine Zeit versetzt wurde, ist es immer wieder spannend zu sehen, wie der heutige Blick auf das Staatssystem und seine Menschen vollzogen wird. Die DDR bzw. das System der DDR ist negativ konnotiert und es sind vor allem die Bilder des Jahres 1989, die diesen Eindruck als gerechtfertigt darstellen. Eingesperrt in die Grenzen des eigenen Landes sahen sich Flüchtlingsgewillte großen Gefahren ausgesetzt. Wie mit ihnen umgegangen wurde, wenn sie es nicht schafften, den Staat und seine Sicherheitsorgane zu überlisten, zeigt Klaus Kordon in seinem Roman „Krokodil im Nacken“.
Jeder, der sich in irgendeiner Form schon einmal mit Politik auseinandergesetzt hat, sollte das Kommunistische Manifest von Karl Marx zumindest schon einmal als ein Werk wahrgenommen haben. Marx beschreibt die Situation, analysiert sie und versucht eine wirtschaftliche Zukunftsaussicht für eine stabilere Gemeinschaft zu beschreiben. Ihm ist es gelungen, das Werk und auch Marx hatten Erfolg, weil sie letztlich den kleinen Mann, den Arbeiter für sich gewannen. „Das Känguru-Manifest“ ist da schon von einer ganz anderen Kategorie, einer, bei der sich Marx wohl im Grabe umdrehen würde, wenn er sehen könnte, welche Manifeste heute so verfasst werden.
Ohne Frage hat Griechenland derzeit einen schweren Stand in der Welt, nicht zuletzt wegen dem wirklich drastischen Finanzfiasko, das die EU in ernsthafte Schwierigkeiten manövrierte. Gerade hat man ein Paket beschlossen, dass die Griechen retten soll, auf Kosten der anderen Mitgliedsstatten versteht sich. Der Frust auf Griechenland steigt, keine Frage, weil alle davon ausgehen, dass wir als normaler Bürger dafür büßen müssen, was Griechenland versemmelt hat. Trotzdem vertrete ich nach wie vor den Standpunkt, dass wir ohne Griechenland heute nicht auf dem Stand wären, den wir haben. Auch wenn man dafür ein wenig zurück gehen muss und versucht das griechische Bild dank der Antike wieder in ein besseres Licht zu rücken.
Immer wieder stößt man in den Boulevardblättern, die unsere Internetforen und vor allem die Zeitungskioske zieren, auf Umfragen. Die sind komplex, man soll sich immer für irgendetwas oder irgendwen entscheiden, einen herausragenden Sportler, den süßesten Popmusiker oder den lustigsten Hollywoodstar. Manchmal, gerade in der Zeit vor Wahlen, fragt man uns auch immer, welcher Politiker in unserer Gunst am höchsten steht. Ist es ein Wulff, ein Gabriel oder ein Rösler, eine Merkel, eine Roth oder eine Pau. Ich sag Ihnen, wen ich bevorzuge – es ist Bismarck. Ja noch immer ist es jener Preuße, dem ich das größte politische Talent anrechne, auch wenn sich ein Otto von Bismarck wohl die Nase rümpfen würde, was heute tagtäglich zur Atom- und Gesundheitspolitik von sich gegeben wird.
Die Satire ist von Hause aus als beißend einzustufen. Sie greift eine Person oder ein Geschehen des gesellschaftlichen Lebens heraus, um sie auf eine kritische Art anzugreifen, dies jedoch mit Hohn und Spott zu verbinden, damit sie den Rezipienten ein wenig zum Lachen bringt. Kurt Tucholsky war für mich ein hervorragender Satiriker und auch die Mohammed-Karikaturen, die einst in Dänemark ans Tageslicht rückten, sind als satirisch einzuordnen. In einem Jahr, in dem wir in unserer Politik viel den Kopf zu schütteln hatten und Dinge über unsere Führungsetage in Erfahrung bringen konnten, die mehrfach dazu anregten, scheint die Satire „Dr. Westerwelle“ von Tommy Heuss genau ins Schwarze zu treffen.
Man mag es kaum glauben, doch als ich am gestrigen Tage im öffentlich rechtlichen Fernsehen die Nachrichten verfolgte, bekam ich ein Fauxpas der ganz besonderen Art zu hören. Ich wusste gar nicht, dass unsere Bundeskanzlerin auf den Vornamen Andrea reagiert. Ein Fehler, der dem Journalisten noch im Gedächtnis bleiben wird, sein Job wird er wohl trotzdem behalten, denn Fehler sind menschlich, unsere führende Politikerin lässt eben jene Eigenschaft häufig vermissen.