Ganz sicher kommt es nicht von ungefähr, dass die große Anzahl der besten Thriller seit ein paar Jahren von Autoren aus dem Norden unseres Kontinents geschrieben werden. Der Norweger Tom Egeland macht hierbei keine Ausnahme. So schafft es auch sein Thriller „Das Luzifer Evangelium“ den Leser zu begeistern, ihm ein wenig Angst einzujagen und ihn auf jeden Fall an das Werk zu fesseln. Wenngleich die christliche Geschichte den Namen ein wenig anders konnotiert, ist der Erzengel Luzifer heute eines der am häufigsten verwendeten Synonyme für den wahrhaftigen Teufel, der Titel verspricht also bereits einiges.
Luca di Fulvio schwimmt derzeit auf einer wahren Erfolgswelle, sein Roman „Der Junge, der Träume schenkte“ hat den Sprung auf die Bestsellerlisten im Nu geschafft, binnen kürzester Zeit war er dort ganz oben anzusiedeln. So beeindruckend ich die Geschichte auch finde und so viel Eindruck sie auch bei allen anderen hinterlässt, sein vorheriges Werk „Inkubus“ steht in Sachen Unterhaltungswert dem aktuelleren in nichts nach, schon gar nicht in Bezug auf die enthaltene Vielschichtigkeit. Italiens derzeitige Literaturikone Nummer Eins inszenierte ein facettenreiches Konstrukt aus pädophilen Gedanken, ehrgeizigen Polizisten und Psychopathen, die zu unglaublichen Gräueltaten fähig scheinen.
Also irgendwie ist Stephen King für mich eine Art Philosoph des 21.Jahrhundert. Irgendwie schwingt immer eine gewisse Botschaft mit, wenn man seine Thriller liest oder die Verfilmungen dazu begutachtet. „Raststätte Mile 81“ hat bei mir auch wieder so einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Sei es auch nur der, dass man entweder erst ab einem gewissen Alter Alkohol trinken oder, dass man im Fall jedes Alters den Konsum nicht übertreiben sollte. Vielleicht aber steckt auch noch eine ganz andere Botschaft in diesem Werk, womöglich eine, die sich einem auch bei längerem Nachdenken noch nicht so ganz präsentieren möchte.
Als Blogautor hat man natürlich gewisse Vorlieben, über die man schreibt. Klar, in diesem Blog geht es vorrangig um Literatur, demnach sollte diese auch zu meinen Vorlieben gehören. Das tut sie ohne Frage. Nun gibt es auch in Sachen Literatur große Differenzen und jeder Blogautor, der über Literatur schreibt, hat auch hier gewisse Vorlieben, was für Werke er besonders gerne liest. Ich für meinen Teil oute mich als Fan von Mystery-Thrillern. In dieser Sparte haben sich in den letzten Jahren viele Autoren versucht, mit Raymond Khoury ist es mindestens einem aus meiner Sicht hervorragend gelungen.
Ganz ehrlich gesagt war ich von meinem ersten Kontakt mit Italiens Thrillerschriftsteller Luca di Fulvio ein wenig verwirrt, wobei wenig noch echt zart ausgedrückt ist. Entsetzt trifft es wohl mehr, denn „Inkubus“ war für mich eine äußerst extravagante Mischung. Pädophile trafen da auf rachsüchtige Polizisten und einen sadistischen Psychopathen, dessen Morde sich in einer Art Vergangenheitsbewältigung rechtfertigen ließen. So erschreckend der Thriller auf mich wirkte, desto gefestigter blieb mir die Leseerfahrung in Erinnerung. Sein neues Werk „Der Junge, der Träume schenkte“ ist ebenso beeindruckend, wenngleich die Fulvio es dieses Mal sogar geschafft hat, dass sein Leser der Geschichte ohne Probleme folgen kann.
Unsere Welt gibt sich immer mehr dem technischen Fortschritt preis. Wir nehmen diesen teilweise gar nicht mehr selbst wahr, er ist als wichtiger Bestandteil längst in unseren Alltag mit eingeflossen. Wir bestellen unser tägliches Essen im Internet, kommunizieren über eben jenes mit unseren Liebsten und ganz im Ernst: Wem ist es heute noch möglich, ohne das Internet noch ein vollständig anerkanntes Leben innerhalb des gesellschaftlichen Rahmens zu führen? Doch ein Gedanke spielt immer wieder eine versteckte Rolle, wenn es darum geht, über das WorldWideWeb und seine Folgen nachzudenken. Was ist, wenn wir jene Macht unterschätzen und sie irgendwann nicht mehr kontrollieren können? Ein Horrorszenario, in welchem die Technik den Menschen besiegt und das, wie Robert Harris es in seinem neuen Thriller vorführt, ein wahnsinnige „Angst“ in uns auslöst.
Na, wie wäre es einmal mit einem kurzen Pausensnack? Keinen Hunger? Na dann vielleicht mal ein eBook, das sich flüssig herunterliest, nicht nur, weil es in einem gut verträglichen Stil geschrieben ist, sondern auch, weil es anders als die anderen Varianten des Genres schnell zu einem Abschluss kommt? Irgendwie scheint die Gesellschaft mit ihrem Leseverhalten ganz akut auf die aktuellen Neuerscheinungen Einfluss genommen zu haben. Ganz nach dem Motto „Mensch macht Geschichte“ macht Mensch nun auch Geschichten. Vor allem scheint der Mensch zunehmend Mitsprachrecht auf die Länge des Lesestücks zu bekommen. So sind im eBook „Kleine Morde für Zwischendurch Bd.1“ gleich drei Geschichten in ein Werk gepackt.
Ich habe nun wirklich schon viele Thriller gelesen. Besonders solche, in denen es um Mysterien vergangener Tage geht, haben es mir angetan. Bedrohte Institution ist dabei nicht selten die Katholische Kirche. Natürlich ist sie es, reicht ihre Geschichte doch mehr als 2000 Jahre in die Vergangenheit zurück. Man vergleiche dies mit einem Menschenleben, in dem auch nicht immer alles gut ist, was passiert und man sich im Nachhinein für Dinge rechtfertigen muss, die man falsch gemacht hat. Sicherlich ist auch die Kirchengeschichte nicht frei von Fehlern, aber seien wir tolerant und erkennen an, dass es trotzdem die größte Institution des Globus ist. Daran kann auch „Curia“, das Romandebüt von Oscar Caplan, nichts ändern.
David Morrell ist ein herausragender Autor, zumindest, wenn es um richtig gute Actionthriller geht. Was viele gar nicht wissen, ist, dass Mister Stallone alias John Rambo für seine Kinorolle eine literarische Vorlage hatte, eben von jenem David Morrell. Man kann also gut und gerne behaupten, dass der Mann schon Geschichte geschrieben hat. Er ruht sich darauf aber nicht aus, sondern schreibt auch nach dem Elitekrieger zahlreiche Werke, so wie „Creepers“, eine abwechslungsreiche Geschichte um eine abenteuerlustige Gruppe, die auf der Suche nach dem individuellen Nervenkitzel ihr blankes Horrorszenario erlebt.
Die Geschehnisse, die man derzeit in den Nachrichten über die britische Hauptstadt sehen kann, erinnern eher an ein Horrorszenario aus dem Nahen Osten als an United Kingdom. Ja man ist es gewohnt, brennende Städte zu sehen, in denen Nato-Soldaten gegen die Taliban kämpfen und versuchen unsere Welt im Kampf gegen den Terrorismus ein Stück weit sicherer zu gestalten. Aber brennende Familienunternehmen, Bibliotheken, Schulen und Einkaufszentren in London zu sehen, das wundert einen schon ein wenig. Vor allem macht es uns bestürzt, wenn wir sehen, wie schnell es selbst in einem europäischen Land passieren kann, das der Ausnahmezustand die Straßen regiert.