Man sagt ja immer, dass Frauen eher auf zartbesaitete Literatur und Männer auf Geschichten rund um Mord und Totschlag abfahren. In großen Teilen der Realität würde ich für diese Hypothese Partei ergreifen und könnte dafür auch zahlreiche Beispiele geben. Ausnahmen jedoch bestätigen diese Regel, denn Susanne Mischke schreibt für Frauen, allein schon, weil ihre Hauptprotagonisten in den kleinen Mordgeschichten allesamt ihrem Geschlecht angehören. Von zarter Besaitung darf aber bei „Mordsweiber No.1“ keinesfalls gesprochen werden, denn in den drei dort enthaltenen Kurzgeschichten geht es teilweise sehr rabiat und folgenschwer zu.
In der christlichen Glaubenslehre spielt wie in eigentlich allen Religionen das Leben nach dem Tod eine gewichtige Rolle. Die Sünden eines Gläubigen entscheiden über denjenigen Ort, der ihm im Jenseits ein Zuhause sein soll. In der Philosophie wurde das Thema über Jahrtausende ebenfalls untersucht. Platon zum Beispiel trennte die Seele vom Körper und war von ihrer Unsterblichkeit überzeugt, so obliege es allein ihr, nach dem Tod des menschlichen Körpers zu Höherem aufzusteigen. Was nun wirklich nach unserem Tod passiert, können wir wissenschaftlich nicht belegen, wohl auch, weil uns niemand bekannt ist, der davon erzählen könnte.
Es gibt Gebiete in Deutschland und eigentlich überall auf der ganzen Welt, von denen man nichts Böses denkt. Man geht davon aus, dass an diesen Orten alles schön ist, die ländliche Idylle brilliert mit Farbenpracht, die Bewohner mit Freundlichkeit und die zahlreichen Tiere verleihen den Weiden einen wunderschönen Teint. Garmisch-Partenkirchen ist so ein Ort, an den Alpen gelegen und definitiv Sinnbild einer idyllischen Umgebung. Wäre da nicht ein mysteriöser Todesfall auf einem Konzert, das Autor Jörg Maurer für ein wahrhaftiges Horrorszenario nutzt, könnte man glatt meinen, Garmisch-Partenkirchen sei ein weißer Fleck auf der dunklen Robe des Landes.
Verkehrsunfälle gehören zum Alltag wie der Regen und die Sonne, wie das Zähneputzen und das zur Arbeit Gehen. Sie passieren auf Dorfstraßen und Autobahnen, in der Stadt und außerhalb von ihr. Verhindern werden wir sie nicht können. Die Anzahl verringern? Vielleicht. Obwohl, selbst diese Annahme ist utopisch, denn in der Macht eines Einzelnen liegt das nicht. Was machen die Menschen also? Sie gedenken den Opfern und stellen an den Unfallstellen, an denen Leute zu Tode gekommen sind ein Kreuz und Grablichter auf. Zum einen tun sie das, um den Liebsten nachzutrauern, zum anderen, um andere zu warnen. In „Allwissend“ von Jeffery Deaver wirkt dieses Aufstellen von Kreuzen an Unfallstellen als eine Art Perversion, sie werden nämlich nicht nach dem Unfall, sondern davor aufgestellt.