Lange ist es nicht mehr bis der Tag in die Welt bricht, an dem in Deutschland das nächste Sommermärchen eröffnet werden soll. Die Protagonisten heißen nicht Schweini und Poldi, es ist nicht der nun ausgemusterte Capitano Michael Ballack, der die Truppe aufs Feld führt und auch nicht sein Nachfolger Phillip Lahm. Nein die Namen sind andere, es sind Fußballer oder vielmehr Fußballerinnen, welche die Namen Prinz, Bajramaj oder Garefrekes auf ihren Trikots tragen. Die Frauenfußball-WM findet 2011 in Deutschland statt und die Frauen schwingen sich auf, eine ebenso große Euphorie zu entfachen wie es die männlichen Kollegen vor fünf Jahren taten.
Es ist ein Phänomen, dass wir von bestimmten Personen immer bestimmte Dinge im Kopf haben, die wir benennen können ohne den Namen dieser Person zu sagen und dennoch weiß jeder, um wen es geht. Wenn ich Ihnen sage, dieser Mann ist ewig im Amt, er hat mit einem Ballspiel zu tun und trägt gerne einen schön gewachsenen Schnurrbart, dann wissen sie spätestens beim dritten Tipp, dass es sich um Heiner Brand, den Trainer der deutschen Handballnationalmannschaft handelt. Dieser steht in den kommenden gut zwei Wochen wieder mehr im Fokus der Öffentlichkeit, denn in Schweden treffen sich derzeit die besten Mannschaften der Welt, um einen Nachfolger für den amtierenden Weltmeister Frankreich zu finden.
Hätten Sie vor der Weltmeisterschaft mit den Viertelfinalisten Uruguay oder Ghana gerechnet? Ganz im Ernst, wer konnte sicher sagen, dass sowohl der Weltmeister als auch der Vizeweltmeister als Gruppenletzter nach der Vorrunde leise Servus sagen? Wer hätte schon sagen können, dass der effektivste deutsche Spieler Thomas Müller heißt? Jetzt kann man das, aber jetzt haben wir auch alle fünf Treffer sowie seine drei Vorlagen gesehen.