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The Football Factory – Wenn Fußball zur Nebensache wird

Zunächst dachte ich, ich könne meinen Augen nicht mehr trauen. Dann jedoch kam die Erkenntnis, dass ich es  wohl oder übel muss, auch wenn ich damit etwas eingestehe, was man nicht für möglich hält. Bei einem ägyptischen Erstliga-Fußballspiel sollte es um Punkte gehen und gewöhnlicher Weise  tut es das auch. Wer mehr Tore schießt, gewinnt die Partie und bekommt ganz nach internationalem Standard drei Punkte für die Meisterschaft. Doch anscheinend reicht das vielen längst nicht mehr. In Port Said mussten nach der Partie gegen Topmannschaft Al Ahli  über 70 Menschen ihr Leben lassen, eine vierstellige Zahl wurde verletzt. So ein Horrorszenario schien immer so fern, doch seit diesem Ereignis wirken Werke wie „The Football Factory“ längst nicht mehr so entfernt.

Eigentlich nämlich gehen die meisten Spiele friedlich über die Bühne und auch, wenn jeder den Terminus Hooligan schon einmal gehört hat, bei der Fußball-WM 1998 ein Polizist nach Angriff eben solcher im Rollstuhl landete und man hierzulande über Gesichtsscanner im Stadion debattiert, waren uns derartige Bilder in der Regel fremd. Schon lange geht es auch Chelsea-Fan Tom nicht mehr nur um das Ergebnis seiner Stars.  Das Vor und nach dem Spiel ist viel wichtiger geworden. Autor John King zeigt sein Leben, das durch drastische Schlägereien in Stadien, Bars und Clubs gekennzeichnet ist und liefert so ein authentisches Bild einer Bewegung innerhalb der englischen Jugendszene, die, so viel wissen wir nun, keinesfalls ein Phantasiebild mehr ist.

2 Feb
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